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Rocco Reitz hatte sich vor Saisonbeginn viel vorgenommen. Der Vizekapitän von Borussia Mönchengladbach lässt seinen Worten Taten folgen.
Mönchengladbach – Verantwortung übernehmen, den nächsten Schritt machen, sowohl individuell als auch mit den Mannschaftskollegen von Borussia Mönchengladbach wachsen. Rocco Reitz nahm sich im Sommer viele Aufgaben vor, der Mittelfeldspieler blickte entschlossen auf seine dritte Saison als Stammspieler der Fohlen-Elf.
Rocco Reitz hat in einigen Bundesliga-Statistiken einen großen Sprung gemacht. © IMAGO/HMB Media/Claus
Reitz ist Vizekapitän und vertritt damit Tim Kleindienst, der nach seinem Comeback einen Rückschlag erlitten hat und vorerst wieder ausfällt. War anfangs noch die Frage gestellt worden, ob die Binde den 23-Jährigen hemmt, so ist mittlerweile festzuhalten, dass sich Reitz stabilisiert hat – genau wie seine Mannschaftskollegen.
Borussia Mönchengladbach: Reitz lässt seinen Worten im Sommer Taten folgen
Das Gerüst von Trainer Eugen Polanski gibt den Spielern Sicherheit, viermal hielt Gladbach in den vergangenen fünf Bundesligaspielen die Null. Borussia verteidigt kompakt und geschlossen, sie schließt das Zentrum und ist im Spiel gegen den Ball aktiver als noch in der Vorsaison, wie in der Schlussphase des engen Auswärtsspiels gegen Mainz 05 (1:0) zu beobachten war.
Seit dem Trainerwechsel von Gerardo Seoane zu Polanski zählt Jens Castrop zu den Gewinnern, weil der Youngster Tempo und Aggressivität mitbringt. Bei einem Blick in die Statistiken wird jedoch ersichtlich, dass Reitz in einigen Kategorien sowohl vereinsintern als auch ligaweit oben mitspielt. Das sticht nicht immer ins Auge, doch das Eigengewächs hat noch einmal einen Sprung gemacht.
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Am besten schneidet Reitz bei den gewonnenen Zweikämpfen ab. Davon verbucht er gegenwärtig 138, damit ist er Gladbachs bester Zweikämpfer und im Liga-Ranking auf Platz sechs. In der Vorsaison belegte Reitz mit 226 gewonnenen Zweikämpfen noch Rang 76. In einer anderen Kategorie hat Castrop allerdings die Nase vorn, der Sommerneuzugang leistete sich 15 Fouls am Gegner und damit eines mehr als Reitz.
In den läuferischen Kategorien ist der Gladbacher Vizekapitän ebenfalls in der Spitzengruppe der Bundesliga zu finden. So bedeuten 880 intensive Läufe Platz 14, im vergangenen Jahr landete Reitz mit 1603 intensiven Läufen auf Rang 91. Die Laufleistung von 140,1 Kilometern bedeutet Rang 19 (Vorsaison: 237,2 Kilometer, Platz 111 im Bundesliga-Ranking).
Auch in Sachen Sprints ist Reitz vorne mit dabei, 233 hat er absolviert und liegt damit im großen Ranking auf Platz 19 (Vorsaison: 515 Sprints, Platz 96 im Bundesliga-Ranking). Im klubinternen Vergleich liegt er damit an der Spitze, genauso übrigens in den Kategorien „intensive Läufe“ und „Laufleistung“.
Mit diesen Zahlen ist Reitz in doppelter Hinsicht Kleindiensts Stellvertreter. Einerseits aufgrund der Kapitänsbinde am Arm, andererseits war es eben Kleindienst, der noch in der vergangenen Saison in den besagten Rankings groß auftrumpfte. Kleindienst war Gladbachs Pferdelunge und in den sogenannten unsichtbaren Statistiken von großem Wert.
Zulegen wollte der Publikumsliebling eigentlich in einer anderen Kategorie. Mehr Tore hatte sich Reitz vorgenommen, nachdem er in 2023/24 insgesamt sechsmal getroffen hatte und in 2024/25 lediglich zweimal. Noch wartet der 23-Jährige auf sein erstes Saisontor, die bisherigen 19 Torschüsse waren unzureichend. Der Status des „Aggressive Leader“ dürfte aber ein angenehmes Trostpflaster sein.