Gestern, 07:56

Eine überarbeitete Version des US-Friedensplans für ein Ende des Ukraine-Kriegs soll nach Angaben der Staatsführung in Kyjiw heute an Washington übermittelt werden – und deutlich veränderte Züge tragen. Der von der US-Regierung ausgearbeitete Friedensplan sei inzwischen von 28 auf 20 Punkte gekürzt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj ukrainischen Journalisten mit. «Die offen Ukraine-feindlichen Positionen wurden herausgenommen.»

Die Staatsoberhäupter der Ukraine, Grossbritannien, Deutschland und Frankreich, darunter Wolodymyr Selenskyj, Keir Starmer, Friedrich Merz und Emmanuel Macron, sprechen vor der 10 Downing Street in London, 8. Dezember 2025, über Friedensverhandlungen.

Treffen mit Selenskyj in London: Während sich Trump enttäuscht gibt, zeigen sich Starmer, Merz und Macron solidarisch.

Foto: Tolga Akmen (Keystone)

Gebietsabtretungen an Russland, ein besonders heikler Punkt in den Gesprächen über eine mögliche Friedenslösung, schliesst Selenskyj weiter strikt aus. «Wir haben nach dem Gesetz keinerlei Recht dazu – weder nach dem Gesetz der Ukraine, noch unserer Verfassung oder dem Völkerrecht, wenn wir ehrlich sind», wurde er von der Agentur Interfax zitiert. Russland beharrt indes weiter auf der Abtretung von Territorien im Osten der Ukraine.

Die USA hatten ihren Plan für ein Ende des seit 2022 währenden Krieges in der Ukraine Ende November an Kyjiw übergeben. Der vielfach als «russische Wunschliste» kritisierte und von Moskau gutgeheissene Entwurf wurde von der ukrainischen Staatsführung und ihren europäischen Verbündeten abgelehnt – und in der Folge überarbeitet.

Selenskyj in Brüssel

Nach Gesprächen über den aktuellen Stand der Friedensbemühungen, die er am Montag in London mit dem britischen Premierminister Keir Starmer, dem deutschen Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron führte, flog Selenskyj direkt nach Brüssel weiter. Dort informierte er Nato-Generalsekretär Mark Rutte, den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über den Stand der Gespräche mit den USA zu einer möglichen Friedenslösung.

Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenskyj, NATO-Generalsekretär Mark Rutte und Präsident des Europäischen Rates Antonio Costa posieren bei einem Treffen in Brüssel am 8. Dezember 2025 vor EU-, NATO- und ukrainischen Flaggen.

Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, Nato-Generalsekretär Mark Rutte und Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa, in Brüssel.

Foto: Pressedienst Regierung Ukraine (AFP)

«Unsere Positionen sind in allen Fragen aufeinander abgestimmt. Wir handeln koordiniert und konstruktiv», teilte Selenskyj nach den Gesprächen mit den Spitzen von EU und Nato auf der Online-Plattform X mit.

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Von der Leyen schrieb nach dem Austausch mit dem Ukrainer: «Das Ziel ist eine starke Ukraine, sowohl auf dem Schlachtfeld als auch am Verhandlungstisch.» Ähnlich äusserte sich Costa, der bekräftigte: «Die Sicherheit der Ukraine muss langfristig als erste Verteidigungslinie für unsere Union gewährleistet sein.» Rutte sprach von guten Gesprächen auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden.

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Vorangegangen waren mehrtägige Verhandlungen zwischen Unterhändlern Kyjiws und der USA in der vergangenen Woche über eine neue Fassung des von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Friedensplans.

Aktualisiert um 09:57 Uhr