In Schleswig-Holstein hat es entgegen den Prognosen von Querdenkern nur wenige Schäden durch Covid-Impfungen gegeben. Laut Sozialministerium haben im Zeitraum von 2021 bis 2025 zwar über 300 Menschen einen angeblichen Impfschaden gemeldet – doch nur in 34 Fällen wurde dieser auch anerkannt.

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„Die Zahlen zeigen, dass die Corona-Impfungen ein Erfolg waren und das allen Unkenrufen während der Pandemie zum Trotz“, bilanziert Heiner Garg (FDP), der in den frühen Pandemiejahren Sozialminister in Schleswig-Holstein war. „Es ist zu hoffen, dass auch all jene, die gegen die Impfung mobil gemacht haben, daraus etwas lernen.“ Jeder Impfschaden sei einer zu viel, betont Garg. „Doch diese Fälle müssen ins Verhältnis gesetzt werden zu den rund 2,3 Millionen Menschen, die im Rahmen der Covid-Impfkampagne in Schleswig-Holstein grundimmunisiert worden sind.“

Es ist zu hoffen, dass auch all jene, die gegen die Impfung mobil gemacht haben, daraus etwas lernen

Heiner Garg (FDP)

Ex-Sozialminister in SH

Impfungen haben Leben gerettet

Schwere Komplikationen seien bei der Impfung höchst selten, bekräftigt der Ex-Minister. „Gleichzeitig haben die Corona-Impfungen nachweislich gut vor einem schweren Verlauf der Erkrankung geschützt und damit viele Menschenleben gerettet.“ Richtig sei aber auch: Jeder Impfschaden bedeute für die betroffene Person einen tiefen Einschnitt. „Daher ist es richtig und notwendig, jeden Verdachtsfall sorgfältig zu prüfen und im Anerkennungsfall eine verlässliche Versorgung zu garantieren.“

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Panikmache von Impfgegnern

Rückendeckung bekommt Garg von dem Corona-Experten Prof. Helmut Fickenscher. „Covid-Impfschäden sind wirklich sehr selten“, berichtet der Mikrobiologe. Das gelte auch in anderen Bundesländern. „Impfgegner und Querulanten hätten damals nur Panik verbreitet.“ Gemeint ist damit auch einer der Gurus der Schwurbler-Gemeinde, Prof. Sucharit Bhakdi aus Martensrade (Kreis Plön). Bhakdi hatte vor Millionen von Geschädigten und Toten durch Covid-Impfungen gewarnt und sich dabei möglicherweise antisemitisch geäußert. Vor dem Amtsgericht Plön erreichte der Professor einen Freispruch. Die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Kiel verzögert sich immer weiter, weil Bhakdi derzeit offenbar nicht verhandlungsfähig ist.

Nach Angaben des Sozialministeriums gibt es derzeit in Schleswig-Holstein insgesamt 128 anerkannte Impfgeschädigte. „Bei den 94 Nicht-Covid-Geschädigten ist der Großteil der Impfschäden auf eine Pockenschutzimpfung, die bis 1975 verpflichtend war, sowie einige wenige Fälle auf Impfungen gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) oder Tuberkulose zurückzuführen“, berichtet Ministeriumssprecher Patrick Tiede

Auffällig ist die hohe Ablehnungsquote bei angeblichen Covid-Impfschäden in Schleswig-Holstein: Von 348 Anträgen zwischen 2021 und 2025 wurden rund 90 Prozent negativ beschieden (Stand Juli 2025). „In vielen Fällen ließen sich Beschwerden nicht mit einer ausreichenden Wahrscheinlichkeit auf die Impfung zurückführen“, erklärt Tiede. „Häufig spielten Vorerkrankungen eine größere Rolle, die mit höherer Wahrscheinlichkeit zu den bestehenden Gesundheitsstörungen geführt haben als die Impfung.“

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Trotz der vielen Ablehnungen und der seit Jahren stabil bleibenden Zahl von Anerkennungen steigen die Kosten für das Land deutlich. Bis August 2025 wurden bereits rund 3,7 Millionen Euro an Impfgeschädigte ausgezahlt. Bis Jahresende erwartet das Land Gesamtausgaben in Höhe von knapp 5,5 Millionen Euro. Rund ein Viertel dieser Summe entfällt auf Covid-Fälle.

KN