
Stand: 10.12.2025 10:44 Uhr
„Prange – Man ist ja Nachbar“ erzählt warmherzig und norddeutsch von Einsamkeit, skurrilen Hausbewohnern und einer unerwarteten Liebesgeschichte rund um Pakete, Nachbarschaft und Weihnachtszeit. Zu sehen heute Abend ab 20.15 Uhr im Ersten.
Sind Sie heute schon Ihrem Paketboten begegnet, haben Sie vielleicht sogar ein Paket für die Nachbarn angenommen? Dann werden Sie den Film „Prange – Man ist ja Nachbar“ lieben. Da spielt Bjarne Mädel einen verschrobenen Hausbewohner in Hamburg-Barmbek mit großem Herzen. Der Film feierte jetzt seine Premiere im Kino an der Mundsburg.
Ralf Prange: unauffällig, leicht reizbar mit Herz
Wenn sich die gelben Abholscheine für die Weihnachtspakete im Briefkasten stapeln, dann wünscht man sich so jemanden wie Prange im Haus. Der nimmt nämlich alle Pakete für abwesende Nachbarn entgegen, zumindest im Film „Prange – Man ist ja Nachbar“.
Ralf Prange: Könnte ich noch den Benachrichtigungsschein? Nachbarin: Och wieso. Ralf Prange: Zu meiner Entlastung, weil, sonst können Sie mir später sonst was. Nachbarin: Aber Sie kennen mich doch.
Video:
Trailer: Prange – Man ist ja Nachbar (2 Min)
Bjarne Mädel und Olli Dietrich als Nachbarn
Bjarne Mädel spielt Ralf Prange als unauffälligen und leicht reizbaren Nachbarn mit beiger Weste, Cord-Hausschuhen und halblangen Locken, immer mit diesem etwas verdutzten Blick. Er hat seine kleine Rotklinkerwohnung in Hamburg-Barmbek mittlerweile in eine Poststation verwandelt: alles für die Pakete der Nachbarn, die mal wieder nicht zu Hause sind. Auf Prange ist Verlass. Er ist immer zu Hause. Und sein neidischer Nachbar Horst Rohde auch. Er wird gespielt von Olli Dietrich.
Horst Rohde: Du hast einen an der Marmel, Ralf Prange. Ralf Prange: Jetzt nerv nicht. Seit 40 Jahren nervt der mich. Horst Rohde: Ja, mit Gründen.
Olli Dietrich verleiht seiner Figur eine schmallippig fiese Note.

Bjarne Mädel und Olli Dietrich erzählen humorvoll vom Alltag einer Hamburger Hausgemeinschaft und menschlicher Nähe.
Film ist schrill, schräg und wunderbar
Das Leben plätschert dahin – unspektakulär und langweilig. Bis „sie“ das erste Paket bei Prange abliefert: Dörte Krampitz.
Ralf Prange: Haben Sie geklingelt? Dörte Krampitz: Nee, ich will in den vierten. Ralf Prange: Sie können es zur Not auch hier bei mir lassen.
Sofort knistert und kribbelt es. Katharina Marie Schubert spielt die überkorrekte Paketzustellerin immer am Rand zum Schrillen, Schrägen, einfach wunderbar.
Dörte Krampitz: Wenn Sie das hier unterschreiben könnten? Ralf Prange: Ja. Da kann auch ein Schimpanse für mich unterschreiben, ne?
Weihnachtsgeschichte der anderen Art
Dem Publikum hat die Premiere gefallen: „Es war richtig klasse, sehr kurzweilig, aber auch sehr tiefgründig, es war wirklich wirklich toll.“ Wie aus dem ersten Kennenlernen eine Liebesgeschichte zwischen Baumarkt, Vinyl-Tapeten und Kugelgrill wird, steckt einfach an. Es ist eine Weihnachtsgeschichte der anderen Art.
Silke: Ralfi, sag mal, wo bist du denn? Ralf Prange: Zu Hause. Silke: Wieso, ich denke, du kommst hierher? Ralf Prange: Nee Silke, das wird dieses Jahr nix. Silke: Och Mensch, Ralfi. Ralf Prange: Frohe Weihnachten.
Einsamkeit und Hausgemeinschaft
Es geht um Einsamkeit und um eine Hausgemeinschaft, in der man sich wiedererkennt, die gestresste Mutter, der nervige Butschie und das Hipster-Paar im dritten Stock. Das Publikum war begeistert von der Menschlichkeit und der Bodenständigkeit, als sei man selbst im Film.
Der Film in der Regie von Lars Jessen und nach dem Drehbuch von Andreas Altenburg spart zwar nicht mit Zuckerguss, trifft aber immer den richtigen Ton, frech, Barmbek, norddeutsch.

Wie entsteht „Prange“? Wir geben Einblicke in den Film und die Enstehungsgeschichte. Zudem haben wir den „Prange-Macher“ Andreas Altenburg getroffen.
Horst Rohde: Was macht einer wie du so an Silvester? Ralf Prange: Silvester? Ich weiß ich nicht, vielleicht leg‘ ich da auf. Horst Rohde: Als DJ? Ralf Prange: Nee, auf’m Grill, bei uns im Haus. Und da wäre dann auch ’ne Wurst für dich dabei.
Die Hausgemeinschaft steht auch für die ganze gestresste und oft gespaltene Gesellschaft, in der man lernen sollte, sich auszuhalten, vielleicht auch zu mögen und freundlicher zu sein, wenn wieder eine Paketbotin oder ein Paketbote vor der Tür steht.
Der Film „Prange – Man ist ja Nachbar“ ist seit dem 06. Dezember 2025 in der ARD Mediathek und der Podcast zum Film „Barmbek Bump – Prange vs. Rohde“ kann man seit dem 05. Dezember 2025 in der ARD Audiothek anhören.

„Der Glotzer“ vom Balkon! Prange fühlt sich von einem Nachbarn beobachtet wie von Michael Myers. Er versucht, ihn mit Grill-ASMR und Puls-Tracking zu entlarven.

Wozu Butter-Appetit führen kann…: Prange ist außer sich, weil jemand mit seinem Fahrradschloss Pranges Rad mit angekettet hat. Ein Bolzenschneider muss her.

In „Prange – Man ist ja Nachbar“, zeigt Mädel mal wieder, dass ihm schrullige Figuren liegen, die im Leben etwas schief stehen.

Seit mehr als 50 Jahren steht Olli Dittrich auf der Bühne. Im Oktober startet er seine Tour „Dittsche – Live & Solo 2025“.

Die Handlung von „Prange – Man ist ja Nachbar“ entspinnt sich hinter den typischen Rotklinkerfassaden.