Im Prozess zeichnete sich nach und nach ein klares Bild der Ereignisse ab: Die Ehefrau des Angeklagten hatte sich von ihm getrennt, und der Mann versuchte zunächst herauszufinden, wo sie und die drei gemeinsamen Kinder sich aufhielten. Als ihm das nicht gelang, war er überzeugt, dass ihm bestimmte Personen bewusst Informationen vorenthielten. Aus Wut, Verärgerung und Rachegedanken entschloss er sich, diese Menschen zu töten oder zu verletzen.
In der Folge setzte er zwei Häuser in Altenessen und Katernberg in Brand: In einem der Mehrfamilienhäuser vermutete er jemanden, der etwas mit seiner Ex-Frau oder Tochter zu tun hatte. In einem anderen Haus lebte ein Ehepaar, das er für Unterstützer seiner Ex-Frau hielt. Doch damit nicht genug: Auch in Lebensmittelgeschäften versuchte der Mann, Menschen zu verletzen. Zeugen berichten, dass er mit dem Auto in ein Geschäft in Katernberg fuhr und später mit einer Machete Personen bedrohte. Dank mutiger Passanten konnten jedoch viele Menschenleben gerettet werden. Zwei Männer holten sogar ein Baby aus einem brennenden Haus. Weitere Zeugen hielten den Angeklagten in einem Hinterhof fest, bis die Polizei ihn schließlich festnahm.
Richter Jörg Schmitt sprach beim Urteil von einer „wahnsinnigen Tat“. Eine psychische Erkrankung habe beim Angeklagten aber nicht festgestellt werden können. Dass es keine Toten gegeben habe, sei nur dem „heldenhaften Einsatz“ der Ersthelfer und Rettungskräfte zu verdanken.
Der Prozess dauerte mehrere Monate. Das Urteil sendet nun ein klares Signal: Die Taten des Mannes waren schwerwiegend – und die Justiz geht mit voller Härte dagegen vor. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.