Großer Trubel im Zoo Hannover! Nachdem Eisbär-Dame Vera wegen einer Wunde an der Pfote seit mehreren Wochen kaum laufen kann, wollen die Pfleger dem Ganzen jetzt auf den Grund gehen. Doch um die Pfote untersuchen und behandeln zu können, muss der Besucher-Liebling schlafen gelegt werden.
Weil das keine leichte Aufgabe ist, holt sich das Team Verstärkung von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was es mit Veras Pfotenwunde wirklich auf sich hat.
Großeinsatz im Zoo Hannover: Eisbärin unter Narkose
Die Aktion entpuppt sich als echter Großeinsatz. „Da kommen ganz viele Leute, insgesamt werden wir über 20 Leute da sein“, erklärt Zoo-Doc Viktor Molnár in der neuen Folge der ARD-Sendung „Seelöwe & Co. – tierisch beliebt“. Solch einen Aufwand sieht man nicht alle Tage, das wissen auch die Tierpfleger Henrik Voges und Benedikt Knüppe. Doch es gibt keine andere Möglichkeit – denn bisher führten alle Versuche, die Pfote zu untersuchen, ins Leere. „Das Problem ist einerseits, dass Vera erst vor Kurzem zu uns gekommen ist. Andererseits ist es auch der hintere Fuß, und bei den Hinterfüßen ist das ganze deutlich schwerer zu trainieren, dass sie die rausgeben“, erklärt Henrik.
Die Untersuchung ist daher extrem wichtig, um zu sehen, was wirklich mit der Pfote los ist. „Ist es heilbar oder ist es vielleicht auch was anderes, ein bösartiger Tumor? Man macht sich natürlich schon Sorgen, man hofft aber natürlich, gerade wenn man so viele Experten da hat, dass (…) wir Vera helfen können“, ergänzt Benedikt.
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Auch Dr. Andrea Volk von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) ist für die Untersuchung angereist. „Es ist sehr, sehr spannend, bei so einem großen Bären so eine Untersuchung zu machen. Das ist eine ganz andere Behandlung als wenn ich Hund und Katze behandeln kann, die reagieren ja auf mich und dieses Wildtier muss natürlich abgelegt werden, damit man da überhaupt ran kann. Das ist immer wieder faszinierend.“
„Viel mehr konnten wir nicht machen“
Nachdem die letzte Lagebesprechung gelaufen ist und alle auf ihrem Posten stehen, geht es los. Vera wird mit einem Blasrohr in Narkose versetzt. Alles scheint zu Anfang gut zu laufen, der erste Treffer sitzt und Vera fällt schnell in einen tiefen Schlaf. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht mit der Wund-Untersuchung. Trotz Ultraschall ist nicht viel zu erkennen – mögliche Fremdkörper werden nicht angezeigt. Die Ursachen für Veras Beschwerden sind also weiterhin ein Rätsel.
Dr. Andrea Volk von der TiHo Hannover schlägt schließlich vor, einen kleinen Schnitt zu machen, um zu schauen, ob etwas in der Pfote steckt. Aber auch dieser Eingriff führt zu keinem Ergebnis – die Tierärzte können weiterhin keinen Fremdkörper lokalisieren. Die Wunde wird schließlich ergebnislos geschlossen.
Trotzdem ist Dr. Viktor Molnár im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Eingriff. „Es wäre doch schöner gewesen, wenn wir irgendeinen Fremdkörper gefunden hätten, aber es sieht jetzt so aus, dass sich das von alleine entleeren oder rauseitern kann, wenn da etwas sein sollte“, sagt er optimistisch. „Viel mehr konnten wir nicht machen.“ Jetzt müsse das Team schauen, wie die Wunde heilt – die Tierärzte hoffen, dass sich Veras Beschwerden nach der Untersuchung von selbst verabschieden. Die nächsten Tage wird die Eisbär-Dame laut Tierpfleger Henrik erstmal im Stall bleiben, wo sie sich ausruhen kann – danach geht es dann wieder in die Draußen-Anlage. Die Kollegen werden die Wunde in der kommenden Zeit täglich kontrollieren und sind zuversichtlich, dass Vera das meiste alleine schafft.
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Auch Dr. Andrea Volk zeigt sich optimistisch. „Ich wünsche ihr, dass das alles gut abheilt, so wie wir das alles jetzt vorbereitet haben, und dass sie noch einige gute Jahre zu leben hat hier im Zoo“, sagt die Expertin abschließend. Also heißt es weiter Daumen, oder eher Pfötchen drücken, dass es Vera schon bald besser geht.
Die ganze Folge der beliebten Zoo-Sendung kannst du in der ARD-Mediathek anschauen.