Günther erinnerte an die absurde Tatsache, dass Schleswig-Holstein während der Niedrigzinsphase mit der Aufnahme neuer Schulden Millionengewinne eingefahren hatte – Minuszinsen machten es möglich. Doch diese Zeiten seien vorbei. Konkret benötige man im nächsten Jahr die Nettokreditaufnahme in Höhe von 559 Millionen Euro fast komplett, um die Schuldzinsen von 557 Millionen zu begleichen.
Obwohl noch weitere Eckpunkte brisant sind, wurde der Etat 2026 im Landtag mit den Stimmen von CDU, Grünen und SSW verabschiedet. Eigentlich gehört letzterer zur Opposition. Doch die Fraktion der dänischen Minderheit ließ sich ihr Ja wie schon im Vorjahr mit einigen Zugeständnissen bezahlen. CDU und Grüne lobten das als „skandinavischen Pragmatismus“.
So konnte der SSW unter anderem eine Zusatzförderung (18.500 Euro) für die Kulturarbeit der dänischen Minderheit durchsetzen, zudem Projektmittel (11.300 Euro) für das European Centre for Minority Issues (ECMI) sowie dessen Handbuch zur Geschichte und Gegenwart der nationalen Minderheiten in Deutschland. Und: Das Land wird künftig jährlich 36.500 Euro für ein Netzwerk zur Bewahrung der akut vom Aussterben bedrohten Flensburger Stadtsprache „Petuh“ ausgeben, einer Mischung aus Hochdeutsch, Niederdeutsch und Dänisch.