Kiel. Stolze zehn Jahre besteht die Ballettakademie am Theater Kiel. Im Verbund mit dem Kinder- und Jugendchor sowie der Orchesterakademie wird die Nachwuchsarbeit hier großgeschrieben – unter der künstlerischen Leitung von Victoria Lane Green. Die Kanadierin war viele Jahre Tänzerin im Ensemble des Balletts Kiel.
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Die enge Anbindung an die Ballettleitung mit Yaroslav Ivanenko und Heather Jurgensen trägt zum Jubiläum nun besondere Früchte. Der Chefchoreograf hat seine große Herbstproduktion „Schneewittchen“ (nach dem berühmten Märchen der Gebrüder Grimm) extra so angelegt, dass erstmals der Nachwuchs in großer Zahl tänzerisch eingebunden ist. Premiere ist am Vorabend des 3. Advent im Kieler Opernhaus.
Vor der Premiere im Opernhaus: Ballett und Ballettakademie vertanzen „Schneewittchen“
Die zehnjährige Anni Schnack aus Ruhwinkel und die 18-jährige Gesine Brüning aus Dänischenhagen sind gute Beispiele. Sie zählen zu den 35 geförderten Tänzerinnen in der Akademie. In Ivanenkos Choreografie agieren sie als kleiner Vogel und großes Eichhörnchen – somit als muntere Kontrastfiguren zu den dämonischen Helfershelfern der bösen, von Eifersucht zerfressenen Stiefmutter Schneewittchens.
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Wenn die beiden, schon in neckischen Kostümen parat für die finalen szenischen Proben, von ihrem Engagement berichten, staunt man über den enormen Aufwand nicht schlecht. Einerseits in der Produktion selber: „Wir sind über den Abend in mehreren Szenen in der Natur dabei“, sagt Anni. Entsprechend die mentale und körperliche Herausforderung parallel zur Schule.
Die Anforderungen sind hoch. Anders als im Chor gehen kleine Aussetzer oder Verschnaufpausen hier gar nicht.
Bianca Dahlkemper
Leiterin der Ballettakademie
Gesine Brüning ist schon etliche Jahre begeistert im Umfeld der Tanzprofis dabei: „Schon in ganz normalen Trainingsphasen mit dem klassischen Ballettunterricht kommen wir auf drei Termine in der Woche“, sagt sie.
Die Akademie plant eigentlich an Montag- und Samstagnachmittagen mit zwei Trainingsblöcken. „Aber die Voraussetzung für eine Aufnahme ist die beständige Mitgliedschaft in einer extern niedergelassenen Ballettschule“, erklärt die organisatorische Leiterin Bianca Dahlkemper, „denn wir wollen am Theater ja keine Konkurrenz zu diesen so wichtigen Institutionen sein.“
Das vermeintliche Freizeitvergnügen steht somit dem Leistungssport sehr, sehr nahe. Das zeigt sich auch in der Probe auf der Bühne im wogenden Wechsel mit den Profis. „Die Anforderungen sind hoch. Anders als im Chor gehen kleine Aussetzer oder Verschnaufpausen hier gar nicht. Die Choreo wäre sofort durcheinander oder irgendjemand hätte einen falsch gestreckten Arm im Gesicht …“, so Dahlkemper.
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Die Akademie, so steht es auch auf der Homepage, richte sich an Kinder, die ihren Hobby-Schwerpunkt im Ballett sehen: „Man muss nicht Profi werden wollen, aber man muss Lust und Spaß daran haben, so viel wie möglich tanzen zu dürfen.“
Premiere, 13. Dezember, 19.30 Uhr, Opernhaus Kiel. Restkarten online oder unter Tel. 0431/901901.
KN