Plön/Preetz. Die Sperrung der Bundesstraße 76 zwischen Preetz und Plön steht kurz bevor. Im ersten Bauabschnitt soll die Fahrbahn zwischen Plön und Neutramm saniert werden. Parallel will auch die Bahn ihre Strecke zwischen Kiel und Plön sanieren und sperren. Nun stehen die Zeiten fest.
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Warum müssen die Sanierung der Bundesstraße 76 zwischen Trent und Plön sowie die Instandsetzung der Bahnstrecke zwischen Kiel und Plön im gleichen Zeitraum ablaufen? Und wie lange soll die Bahnstrecke voraussichtlich gesperrt werden? Diese Fragen hatte der Landtagsabgeordnete Niclas Dürbrook (SPD) in einer kleinen Anfrage an die Landesregierung formuliert. Die Antworten darauf liegen jetzt vor. Die wichtigsten Punkte:
Warum werden B76 und Bahnstrecke Kiel–Plön gleichzeitig gesperrt?
Die beiden großen Projekte – Fahrbahnsanierung der Bundesstraße 76 bei Plön sowie Streckenausbau und Instandhaltung der Bahnstrecke von Kiel nach Preetz – waren eigentlich für 2025 geplant, wurden aber verschoben. Seit 2024 laufen Gespräche zwischen dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) und der Deutschen Bahn AG, beziehungsweise Nah.SH. Der LBV beteiligte die DB Infra Go im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zur B76. Weil zu der Zeit kein verbindlicher Zeitplan für den Ausbau der Bahnstrecke Kiel–Preetz vorlag, hatte die Bahn zu dem Zeitpunkt keine Bedenken angemeldet.
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Der technische Zustand der Bahnstrecke sei – wie auch der Zustand der B76 – inzwischen jedoch so schlecht, dass dringende „Instandhaltungsarbeiten so schnell wie möglich“ umgesetzt werden müssten. Das Zeitfenster für den Bahnstreckenausbau Kiel–Preetz sei begrenzt, um Überschneidungen mit anderen Großprojekten wie die Hinterlandanbindung Bad Schwartau und die Generalsanierung der Strecke Hamburg–Lübeck zu vermeiden.
Wie lange wird die Bahnstrecke gesperrt?
Mindestens ein halbes Jahr lang wird die Bahnstrecke zwischen Kiel und Preetz gesperrt. Das teilte das Verkehrsministerium mit. „Nach Kenntnis der Landesregierung ist der Ausbau der Bahnstrecke Kiel–Preetz für den Zeitraum Juli bis Dezember 2027 geplant“, heißt es in der Antwort auf die kleine Anfrage. Zudem werde es voraussichtlich Anfang Juni 2026 und im Februar 2027 jeweils eine Sperrung von einer Woche geben, um Bauarbeiten auf der Strecke zu erledigen, heißt es weiter.
Wie fahren die Züge von Kiel nach Lübeck?
In dem Zeitraum werden nicht nur die Züge zwischen Kiel und Preetz ausfallen. Weil die Bauarbeiten an der Bahnstrecke im Jahr 2027 auch den Bahnhof Preetz betreffen, wird in dem halben Jahr aus Preetz kein Zug abfahren oder am Bahnhof Preetz ankommen. Die Regionalbahnen RE83 und RB84 verkehren in der Zeit ausschließlich zwischen Ascheberg und Lübeck.
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Gibt es einen Schienenersatzverkehr?
Ja, während der Sperrung der Bahnstrecke zwischen Kiel und dem Bahnhof Preetz im Jahr 2027 soll ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden. Weil parallel jedoch die B76 gesperrt ist, wird es keinen Verkehr mit Bussen zwischen Plön und Kiel geben. Eine Ausnahme ist der Shuttle für mobilitätseingeschränkte Reisende.
Kleine Anfrage hat erschreckende Befunde zutage gefördert.
Niclas Dürbrook (SPD)
Landtagsabgeordneter
Auf welcher Strecke fahren die Busse?
Der Ersatzverkehr soll auf der Strecke zwischen Kiel und Ascheberg verkehren. Auch die Haltestellen in Preetz sollen mit dem Bus angefahren werden. Zum einen sollen Expressbusse eingesetzt werden. Diese sollen ohne Zwischenhalt über die Landesstraße 67 und weiter über die zur A21 ausgebauten B404 fahren.

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Diese Expressbusse sollen durch Busse ergänzt werden, die auf der Strecke von Aschberg nach Kiel sämtliche Orte und Haltestellen bis nach Preetz anfahren. Die Route ist ebenfalls so gewählt, dass der Ersatzverkehr nicht durch die Sperrung der B76 beeinträchtigt werden soll. Fahrgäste müssen sich dennoch auf eine längere Fahrzeit als mit dem Zug einstellen.
„Problematik der parallelen Sperrung war frühzeitig bekannt“
Seine kleine Anfrage habe „mehrere interessante, teilweise aber auch wirklich erschreckende Befunde zutage gefördert“, kommentiert der Landtagsabgeordnete Dürbrook die Antworten der Landesregierung. Besonders irritierend sei für ihn: „Die Problematik der parallelen Sperrung war sowohl der Landesregierung als auch der Deutschen Bahn frühzeitig bekannt. Beide Maßnahmen wurden sogar bereits nach hinten verschoben – und dennoch wird eine Entzerrung weiterhin als unmöglich eingestuft“, erklärt der Abgeordnete aus Ostholstein.
„Offenbar wurden die Sanierungen sowohl an der Bahnstrecke als auch an der B76 so lange aufgeschoben, dass der Zustand inzwischen so marode ist, dass weitere Verzögerungen aus Sicht der Landesregierung nicht mehr vertretbar seien. Das ist für die Betroffenen extrem ärgerlich.“ Denn die „lange Sperrung der B 76 ist eine enorme Belastung für die gesamte Region.“
KN