In der Stiftstraße ist das Wort "Israel" auf ein Plakat der Ditib-Gemeinde geschmiert worden. Laut Polizei wurden zwei Fassaden religiöser Einrichtungen mit Schriftzügen beschmiert.

Stand: 11.12.2025 19:36 Uhr

In Hannover sind zwei islamische Einrichtungen beschmiert worden. Die Schriftzüge ließen „einen Bezug zur weltpolitischen Lage und zu den israelischen Streitkräften erkennen“, hieß es am Donnerstag von der Polizei.

Ein möglicher Zusammenhang mit einer weiteren Farbschmiererei an einem Gebäude sowie einem beschädigten Fenster werde geprüft, teilte die Polizei mit. Zuerst hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet. Die Betroffenen beklagen einen Angriff auf die Religionsfreiheit. „Angriffe auf Gotteshäuser sind nicht zu tolerieren“, sagte Recep Bilgen, der Vorsitzende des Milli-Görüs-Verbandes, der Zeitung. Er erwarte, dass die Sicherheitsbehörden im Umfeld der Moscheen verstärkt Präsenz zeigten. Der Verfassungsschutz bezeichnet die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs als die aktuell größte islamistische Organisation in Deutschland.

Jüdische Gemeinde „solidarisch an der Seite der muslimischen Community“

Der niedersächsische Antisemitismus-Beauftragte Gerhard Wegner rief zur Solidarität mit den muslimischen Gemeinden auf. Wegner bezeichnete es zugleich als infam, „dass die aufgeschmierten Parolen offensichtlich suggerieren sollen, hier wären Sympathisantinnen und Sympathisanten Israels oder gar Juden am Werk gewesen“. Das sei „vollkommen absurd“ und solle wohl dazu führen, Muslime und Juden gegeneinander aufzuhetzen. Die Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover, Rebecca Seidler, schrieb auf Facebook: „Schmierereien und Parolen haben auf Gotteshäusern keinen Platz.“ Die Gemeinde stehe „solidarisch an der Seite der muslimischen Community“. Auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Hannover äußerte sich zu den Vorfällen. „Kein Gotteshaus – egal welcher Konfession – darf beschmiert und geschändet werden“, sagte der Vorsitzende, Kay Schweigmann-Greve.

Reinigungskräfte entfernen Farbschmierereien am Niedersächsischen Landtag.

(04.04.25) Die Tat in Hannover ereignete sich im September 2024. Ein 24-Jähriger wurde laut Staatsanwaltschaft auf Überwachungsvideos erkannt.

Das Neue Rathaus mit Kuppel und Aussichtsplattform.

(16.11.24) Zum Teil richten sich die Schmierereien direkt gegen Oberbürgermeister Belit Onay. Wer dafür verantwortlich ist, ist unklar.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.12.2025 | 12:00 Uhr

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