Kronshagen. Geht es Bäumen ans Gehölz, ist die Aufregung oftmals groß. Nicht so am Suchsdorfer Weg in der Umgebung des brachliegenden Areals von Klemms Gartenmarkt. Die Norddeutsche Grundstücksentwicklungsgesellschaft (NGEG) hatte die Nachbarschaft vorab über die jetzt begonnenen Baumfällungen informiert, sodass es abgesehen vom Rattern der Bagger und anderen Baumaschinen ruhig geblieben ist.
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Nach Angaben von NGEG-Chef Niels Bunzen sind vor allem Pappeln im südlichen Teil der ungefähr 23.000 Quadratmeter großen Fläche betroffen. „Die Bäume haben ihr Lebensalter erreicht und werden selbstverständlich mit Genehmigung entfernt“, erläutert er. Unangetastet bleiben ohnehin etliche Bäume, die per behördlicher Auflage erhalten werden müssen. Zudem verschonen die Investoren laut Bunzen alle nicht geschützten Gehölze, die nicht unmittelbar den geplanten Baukörpern im Weg stehen.
Bodenplatte in Klemms Gartenmarkt unter Bomben-Verdacht
Ein weiterer Fall für den Bagger ist in Kronshagen der Teich, aus dem wie berichtet knapp 70 Molche zum stolzen Preis von 50.000 Euro umgesiedelt werden mussten. Jetzt gilt es, das Gewässer trockenzulegen und zu verfüllen. Nicht zuletzt muss dann noch ein ehemaliges Wohnhaus abgerissen werden, kündigt die NGEG an.
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Unter die Lupe genommen wurden die 2,3 Hektar Gartenmarkt bereits vom Kampfmittelräumdienst, der unter der Bodenplatte des Verkaufsgebäudes tatsächlich eine Verdachtsfläche ausgemacht hat. Hier gilt es jetzt, mit aller gebotenen Vorsicht weiter zu prüfen.
Das Signal brauchen wir.
Sven Henrik Stübinger (Unabhängige Wählergemeinschaft)
Vorsitzender des Bauausschusses
Die vor wenigen Tagen angelaufenen Arbeiten geschehen auf ausdrücklichen Wunsch des Ausschusses für Bauwesen und Wirtschaft der Gemeinde Kronshagen. „Das Signal brauchen wir“, hatte Vorsitzender Sven Henrik Stübinger (Unabhängige Wählergemeinschaft) in der November-Sitzung des Gremiums betont. Vermittelt werden soll damit gegenüber der Bevölkerung, dass es der Investorin immer noch ernst ist mit dem von vielerlei Verzögerungen geprägten Projekt.
Das hat laut Niels Bunzen inzwischen durchaus Fahrt aufgenommen. Derzeit werde daran gearbeitet, die Planungen zu aktualisieren. Aus Kostengründen soll unter anderem die Tiefgarage verkleinert werden.
Viele Verzögerungen für Senioren-Wohnpark in Kronshagen
Einigermaßen handfest ans Bauen soll es nach dem Fahrplan der NGEG im dritten Quartal 2026 mit dem Ausheben der Baugruben gehen. In dem Senioren-Wohnpark fast mitten in der Gemeinde Kronshagen sollen etwa 170 Wohnungen entstehen.
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Ernsthafte Pläne für eine solche Anlage auf dem Gartenmarkt-Areal gibt es bereits, seit dort im Frühsommer 2019 die letzten Blumen verkauft wurden. Zähe behördliche Abläufe, aber auch die stark gestiegenen Baukosten nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 führten seither immer wieder zu Verzögerungen.
Der Bauausschuss in Kronshagen hatte zuletzt im März dieses Jahres die Frist für die Beantragung der Baugenehmigung um ein weiteres Jahr bis zum 20. April 2026 verlängert. Die NGEG rechnet derzeit damit, dass die ersten Bewohner nicht vor Ende 2027 in den Seniorenpark einziehen können.
KN