Laboe. Der Neubau einer Schwimmhalle in Laboe stand kürzlich auf der Kippe. Fast alle Umlandgemeinden wollen das Projekt nicht unterstützen. Jetzt gibt es neue Hoffnung: Die Gemeinde will sich um Fördermittel bewerben, damit es günstiger wird. Zudem könnte das Bad kleiner ausfallen.
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Das Stimmenverhältnis war eindeutig. 16 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter stimmten am Mittwochabend in Laboe dafür, sich um Fördermittel für eine neue Schwimmhalle zu bemühen. Nur acht waren dagegen, nämlich aus den Fraktionen von CDU und LWG.
Laboe reicht Projektskizze für neue Schwimmhalle ein
Konkret bedeutet das: In dem Interessenbekundungsverfahren zur Einwerbung von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ will Laboe bis zum 15. Januar 2026 eine Projektskizze einreichen.
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Sollte das Laboer Vorhaben ausgewählt werden, muss in einer zweiten Phase der Zuwendungsantrag durch die Kommune erstellt werden.
Die Hoffnungen in Laboe sind groß. In der Beschlussvorlage rechnet die Verwaltung aus, was eine 45-prozentige Bundesförderung für das Millionenprojekt bedeuten könnte. Es wird zudem von einer 15-prozentigen Förderung durch den Kreis Plön ausgegangen.
„Der jährliche Deckungsbedarf würde sich auf rund 914.000 Euro belaufen“, heißt es dort. Zuletzt war man von 1,12 Millionen Euro ausgegangen.
Aktuell haben sich vier Gemeinden zusammengetan, die das Projekt finanziell stemmen wollen. Neben Laboe sind das Brodersdorf, Heikendorf und Schönberg. Gemeinsam würden sie 668.500 Euro in den Topf werfen.
Das größere Bad ist bei uns nie oberste Priorität gewesen.
Karl-Christian Fleischfresser
Fraktionsvorsitzender WIP
Es bliebe eine jährliche Deckungslücke von rund 245.000 Euro. Daher sollen in der zweiten Phase mit dem Zuwendungsantrag konkrete Einsparpotentiale in den Bau- und Betriebskosten abgeklopft werden.
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Eine der Lösungen: Das neue Bad am Laboer Strand könnte kleiner werden. Diese Empfehlung hatte der Werkausschuss der Gemeinde bereits Anfang Dezember gegeben.
Ursprünglich wollte man neben einem Sportbecken mit vier Bahnen und Startblöcken auch ein Warmwasserbecken mit Hubboden, Textilsauna und ein Soledampfbad umsetzen. Jetzt könnte sich das Projekt auf ein Sportbecken mit einem Teilhubboden reduzieren.
Entscheidend ist, dass es vorangehe, betont Karl-Christian Fleischfresser, Fraktionsvorsitzender der Wählerinitiative Pro Laboe (WIP). „Das größere Bad ist bei uns nie oberste Priorität gewesen“, sagt er. Die aktuelle Situation biete „eine einmalige Chance“, Fördermittel zu bekommen.
Die WIP hatte den Erhalt einer Schwimmhalle am Laboer Strand ganz oben in ihr Wahlprogramm geschrieben. Viele Menschen in Laboe wünschen sich seit Jahren, dass das geschlossene Bad reaktiviert wird. Deutlich wurde das unter anderem durch zwei Bürgerentscheide.
„Es ist jetzt wichtig, dass alle Gebergemeinden in einen engen Dialog eintreten und mitreden können“, meint der WIP-Fraktionsvorsitzende. Neben dem möglichen Einsparpotential bei dem Bau und Betrieb einer neuen Schwimmhalle, sollen weitere Fragen geklärt werden.
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Unter anderem hatte die Gemeinde Heikendorf beschlossen, ihren Finanzierungsbeitrag auf rund 184.000 Euro zu deckeln. „Wir sind nicht zu jedem Preis bereit“, hatte Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz (CDU) im Juli 2025 erklärt.
In Schönberg hatte man sich für einen finanziellen Beitrag, aber gegen einen Beitritt zu einem gemeinsamen Zweckverband für eine neue Schwimmhalle in Laboe ausgesprochen.
Spannend auch: Die Gemeinde Laboe will die Abtrünnigen wieder mit ins Boot bekommen. In der Beschlussvorlage heißt es: „Zur Finanzierung der fehlenden Deckungsmittel sollen erneut Beteiligungen bei den Nachbargemeinden eingeworben werden.“
KN