Das letzte Spiel des Jahres im Borussia-Park sorgte für einen Dämpfer in der Vorweihnachtszeit. Nach zuvor fünf ungeschlagenen Partien, von denen Gladbach vier gewonnen hatte, zeigte die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski beim 1:3 (1:3) gegen den VfL Wolfsburg eine größtenteils schwache Leistung. „Wir sind natürlich enttäuscht. Über die Niederlage, aber vor allem auch über die erste Halbzeit“, sagte Polanski. „Wir sind gar nicht in die Zweikämpfe gekommen.“

Patrick Wimmer traf doppelt (4./34.), Mohamed Amoura (30.) ebenfalls für die Wolfsburger. Gladbach kam nur durch ein Eigentor von Konstantinos Koulierakis (22.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. „Wolfsburg war einfach besser, fußballerisch, vom Tempo her, sie haben uns vor große Probleme gestellt“, gab Stürmer Haris Tabakovic zu: „Wir haben nicht die Duelle bestritten und zu billige Tore gekriegt.“

Vor den Augen des neuen VfL-Sportdirektors Pirmin Schwegler schlugen die Gäste gleich gnadenlos zu. Nach einem Chipball von Lovro Majer nahm Wimmer den Ball mit der Brust mit, bevor er mit einem wuchtigen Schuss Gladbach-Torwart Moritz Nicholas keine Chance ließ. Für die Borussia war es der erste Gegentreffer in der Liga seit dem Derby gegen den 1. FC Köln Anfang November.

Gladbach mit vielen Fehlern

Das Heimteam tat sich in der Folge schwer, leistete sich immer wieder leichte Fehler – Philipp Sanders falscher Einwurf passte gut in den verunsicherten Auftritt (15.). Trotzdem gelang es den Gladbachern nun, mehr offensive Akzente zu setzen – und so erzwangen sie das Kopfball-Eigentor von Koulierakis. 

Borussias zuletzt so stabile Abwehr wackelte aber weiterhin bedenklich, nach schnellen Ballgewinnen der Wolfsburger brannte es immer wieder lichterloh im eigenen Strafraum. Erst nutzte Amoura die Unordnung aus und stellte den alten Vorsprung wieder her, dann traf wieder Wimmer nach einer No-Look-Vorarbeit von Christian Eriksen. 

Polanski reagierte und brachte in der zweiten Hälfte unter anderem das Toptalent Wael Mohya. Der 16-Jährige, bislang mit zwei Kurzeinsätzen im DFB-Pokal, löste damit Marko Marin als jüngsten Bundesliga-Spieler in der Geschichte der Borussia ab. 

Gefährlich blieben die Gäste: Erst traf Majer nur den Pfosten (61.), dann wurde ein Treffer des Mittelfeldspielers nach VAR-Check wegen Abseits zurückgenommen (64.). Auch auf der anderen Seite zählte das Tor von Tabakovic wegen einer knappen Abseitsstellung nicht (72.). Zudem traf Yannik Engelhardt den Pfosten (79.).

„Bis zur 70. Minute war das heute kein gutes Spiel von uns“, sagte Gladbach-Sportchef Rouven Schröder. „Ganz wichtig ist aber, dass wir jetzt nicht umgekehrt direkt wieder alles schlecht reden. Wir müssen jetzt die Kräfte bündeln, die richtigen Lehren aus dem Spiel ziehen und vielleicht kommt der eine oder andere Verletzte zum letzten Spiel des Jahres noch zurück.“ Am Freitag (20.30 Uhr/Sky) steht das Borussen-Duell in Dortmund an. fs/sid