Fast 30.000 Autos fahren jeden Tag über die Schwalbacher Straße in der Wiesbadener Innenstadt. Seit dem Wochenende soll eine neue Verkehrsführung den Dauerstau auflösen und Platz für weitere Bauarbeiten schaffen. Das ist erst der Beginn für den von der Politik beschlossenen großen Umbau des innerstädtischen Nadelöhrs, der nach Auskunft von Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) noch einige Jahre dauern und rund 25 Millionen Euro kosten wird.

Knapp 1,5 Millionen Euro haben die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, das Tiefbauamt und Eswe Versorgung für die neue Verkehrsführung und eine zusätzliche vierte Fahrspur in die Hand genommen. Ganz einfach ist der neue Routenplan nicht: Wer nun von der Rheinstraße kommend nach rechts in die Schwalbacher Straße einbiegen möchte, wird direkt einspurig auf die Westseite der Straße geführt. Unterhalb der Brücke des Luisenforums gibt es eine Rechtsabbiegespur in die Luisenstraße.

Die Gehwege werden verbreitert

In Richtung Michelsberg fließt der Verkehr auf der Schwalbacher Straße zweispurig weiter auf der Westseite, während die zur Innenstadt gewandte Ostseite Bussen und Radfahrern vorbehalten bleibt. Dort soll so ausreichend Raum sein, um im ersten Abschnitt ab der Rheinstraße bis zur Luisenstraße mit der Umgestaltung der „Schwalbacher“ zu beginnen, nachdem dort die Fernwärmearbeiten abgeschlossen sind.

An der Großen Schwalbacher Straße in Wiesbaden haben die Vorbereitungen für die Bauarbeiten begonnen.An der Großen Schwalbacher Straße in Wiesbaden haben die Vorbereitungen für die Bauarbeiten begonnen.Marcus Kaufhold

Nach Auskunft von Kowol werden die Gehwege verbreitert, Flächen entsiegelt und Bäume gepflanzt. Der Autoverkehr hat bis zur Gasdruckregelstation zwei Spuren in beiden Richtungen auf der Westseite zur Verfügung. Kurz vor der Station schwenkt der Verkehr in Richtung Michelsberg wieder auf die Ostseite. Um ausreichend Platz für diese vier Fahrspuren zu schaffen, fällt eine Busspur ab der Höhe Mauritiusstraße weg.

Kompliziert wird es für Fahrer, die in Richtung Michelsberg unterwegs sind und nach links auf die Bleichstraße einbiegen wollen. Sie müssen in Höhe Friedrichstraße erst nach rechts fahren, bevor sie links abbiegen dürfen. Diese Lösung war nötig, um Lkw Platz zum Abbiegen zu verschaffen. Diese Verkehrsführung soll in den kommenden Jahren beibehalten werden. Von April nächsten Jahres an werden die Arbeiten fortgesetzt. Sieben neue Ampeln wurden dafür errichtet. Die Bushaltestelle am Platz der Deutschen Einheit wird provisorisch im Mittelstreifen eingerichtet. Sobald weiter gebaut wird, soll der Busverkehr in den betroffenen Abschnitten auf die Westseite ausweichen.

Die Schwalbacher Straße ist seit vielen Jahren in der Diskussion und trennt das Westend von der Innenstadt, wie Kowol erläuterte. Da nun aber in der Wellritzstraße im Westend eine Fußgängerzone eingerichtet wurde, soll die trennende Wirkung der Straße durch die Umgestaltung aufgehoben werden und ein attraktiver Raum für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Langfristig ist nur noch eine Spur in jede Fahrrichtung auf der Westseite vorgesehen.

Wann der Umbau der Straße beginnt, ist aber offen. Das liegt daran, dass es derzeit ungewiss ist, ob und wann die Mauritiushöfe gebaut werden, das Walhalla saniert wird und wie es mit dem Galeria-Gebäude weitergeht. Die jeweiligen Baustellen können nur über die Schwalbacher Straße angefahren werden, denn die Fußgängerzone soll nicht beeinträchtigt werden, stellte Kowol klar.