In Geithain im Landkreis Leipzig trauern viele dem Restaurant „Athen“ nach. Jahrelang war das griechische Restaurant ein beliebter Treffpunkt, nun ist dauerhaft Schluss. Anwohnerin Renate Grünewald berichtet, dass die Immobilie verkauft werden soll. Für Betreiberin Katrin sei es zu teuer gewesen, das Gebäude zu übernehmen. Hinzu kam ein Wasserschaden, der offenbar gravierend war. Ob das Restaurant an anderer Stelle neu eröffnet, bleibt offen.

Für viele Geithainer ist die Schließung ein weiterer Einschnitt. Das „Athen“ war zuletzt die einzige verbliebene Gaststätte im Ort. Mit dem Aus droht Geithain nun gastronomisch weiter auszudünnen, ein Gefühl, das viele teilen, sagt Grünewald.

Auch Markkleeberg verliert Kneipe

Auch Markkleeberg verliert ein gastronomisches Aushängeschild: Zum Jahreswechsel schließt das „Forsthaus Raschwitz“. Anders als in Geithain lag es hier nicht an mangelnden Gästen. Das Geschäft lief gut, doch nach einem Eigentümerwechsel stiegen die Mietforderungen deutlich. Für Betreiber Christian Leiding und sein Team war der Betrieb unter diesen Bedingungen nicht mehr wirtschaftlich, sagt er. Das Team übernimmt nun den „Thüringer Hof“ in der Leipziger Innenstadt.

Kein generelles Kneipensterben

Von einem generellen Restaurant- oder Kneipensterben will Stefan Niklarz vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dennoch nicht sprechen. In touristischen Hotspots sehe die Branche weiterhin gute Perspektiven. Schwieriger sei die Lage allerdings für klassische Landgasthöfe, insbesondere außerhalb der Städte. Dort gebe es tatsächlich einen Rückgang.

Um weitere Schließungen zu verhindern, müsse die Gastronomie vor allem als Arbeitsplatz attraktiver werden, sagt Niklarz. Auch, um Nachwuchs zu gewinnen. Hoffnung setzt der Verband auf die ab dem kommenden Jahr geltende Mehrwertsteuersenkung auf Speisen. Diese solle für Preisstabilität sorgen, Investitionen ermöglichen und bessere Löhne unterstützen.