
Ein schwerer Fehler von Gregor Kobel hat Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga zwei Punkte beim SC Freiburg gekostet. Das Highlight des Tages war aber ein Traumtor von Lucas Höler.
Beim 1:1 (0:1) am Sonntag hatte Ramy Bensebaini klar überlegene Dortmunder in der 31. Minute in Führung gebracht. In der 53. Minute sah Jobe Bellingham dann aber die Rote Karte, wonach das Spiel kippte – Freiburg gelang trotz zahlreicher Chancen aber nur noch der Ausgleichstreffer durch Höler (75.).
Kobel, der den Platzverweis mit einem Fehlpass verursacht hatte, gab anschließend im Sportschau-Interview zu: „Es war nach der Roten Karte kein einfaches Spiel mehr, da haben wir uns nur noch aufs Verteidigen konzentriert. Ich nehme das gern auf mich. Es war ein Missverständnis zwischen Jobe und mir, ich dachte, dass er mehr Platz hatte – das hätte ich besser erkennen müssen.“
Dortmunds Kovac pragmatisch, Freiburgs Schuster zufrieden
BVB-Coach Niko Kovac nahm es pragmatisch: „Wir müssen und können mit dem einen Punkt leben.“ Sein Kollege Julian Schuster war zufrieden: „Es war ein sehr wichtiger Punkt, vor allem die Art und Weise hat mir richtig gut gefallen. Symptomatisch war auch der Pressingmoment, der dann zur Roten Karte geführt hat.“
Die Dortmunder starteten extrem dominant in die Partie, hatten von Beginn an deutlich mehr Spielanteile und auch schnell die ersten gefährlichen Aktionen. Allerdings fehlten bei einem Kopfball von Serhou Guirassy mehreren Vorstößen von Yan Couto und einem Versuch von Fábio Silva noch die letzte Präzision.
Dortmunds Chukwuemeka trifft den Pfosten
Deutlich gefährlicher wurde der BVB ab der 20. Minute. Carney Chukwuemeka traf nach Doppelpass mit Guirassy nur den linken Pfosten, kurz danach scheiterte Emre Can nach einem Freiburger Abwehrfehler an Noah Atubolu.
Klar verdient war deshalb der Führungstreffer nach einer halben Stunde. Coutos Freistoß von der rechten Außenbahn verpassten gleich drei Freiburger Abwehrspieler, sodass Bensebaini am zweiten Pfosten profitierte: Den Aufsetzer nahm der Innenverteidiger noch kurz an und beförderte ihn dann aus kurzer Distanz zur Führung ins Netz.
Mehr Zug zum Tor – Freiburgs Günter scheitert knapp
Erst danach zeigte auch Freiburg mehr Zug zum Tor, doch es dauerte bis zur 45. Minute, ehe Christian Günter mal wirklich gefährlich zum Abschluss kam. Aus kurzer Distanz jagte er seinen Linksschuss knapp am Winkel vorbei – der Ausgleich zu diesem Zeitpunkt wäre auch nicht verdient gewesen.
Zur Pause lagen die Gäste in allen relevanten Statistiken vorne, hatten klare Vorteile beim Ballbesitz, in den Zweikämpfen und bei den Abschlüssen. Doch dann brachte sich die Mannschaft von Niko Kovac selbst in Schwierigkeiten.
Dortmunds Kobel verursacht Bellingham-Rot
Beim Versuch, das Spiel kontrolliert von hinten aufzubauen, spielte Dortmunds Keeper Gregor Kobel in der 53. Minute einen ganz schlechten Pass in Richtung von Jobe Bellingham. Freiburgs Rechtsaußen Philipp Treu erkannte die Chance, sprintete dazwischen und wurde von Bellingham umgesenst. Schiedsrichter Felix Zwayer zog sofort die Rote Karte wegen Notbremse aus der Gesäßtasche.
In der Folge änderte sich die gesamte Statik des Spiels. Kovac versuchte, mit der Hereinnahme von Pascal Groß für Fabio Silva für Stabilität in Unterzahl zu sorgen, doch ein Freiburger Angriff nach dem anderen rollte nun in Richtung Kobel. Der Schweizer war aber sichtlich bemüht, die Schuld am Platzverweis wieder abzuarbeiten.
Freiburgs Suzuki trifft die Latte, Höler in den Winkel
Erst entschärfte Kobel ein Geschoss von Maximilian Eggestein, dann lenkte er einen abgefälschten Kracher von Yuto Suzuki sensationell an die Latte. Doch gegen das anschließende Kunststück von Höler war er machtlos: Mit dem Rücken zum Tor nahm der SC-Stürmer die Kugel an und traf in Bedrängnis aus der Drehung in den rechten Winkel – überragend.
Danach bekam Dortmund so gut wie keine Entlastung mehr zustande, Freiburg drückte auf den Siegtreffer. Nach einem Abstauber von Matanovic in der 86. Minute jubelten die SC-Fans bereits, der Treffer fand aber wegen eine Abseitsstellung von Eggestein keine Anerkennung.
Freiburg in Wolfsburg, Dortmund gegen Gladbach
Freiburg ist am Samstagnachmittag beim VfL Wolfsburg zu Gast (15.30 Uhr). Dortmund empfängt am Freitagabend Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr).
