Größere emotionale Regungen blieben bei den Spielern der Füchse Berlin genauso aus wie bei den 8217 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle. Das 35:28 (19:13) gegen die HSG Wetzlar war eine anständig erledigte Pflichtaufgabe – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Im Grunde war das Bundesligaspiel aber auch nur ein lockerer Aufgalopp vor dem Pokal-Schlager gegen den THW Kiel am Donnerstag (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle). „Vielleicht waren wir schon ein bisschen zu sehr auf Donnerstag fokussiert“, sagte etwa Mathias Gidsel nach dem Heimsieg. Denn gegen Wetzlar lief längst nicht alles glatt.

Füchse Berlin: Defensive steigert sich nach Niederlage in Flensburg

Nach zuletzt 40 schmerzhaften Gegentreffern in Flensburg stand vor allem die Berliner Defensive im Blickpunkt. Der Mittelblock aus Mijajlo Marsenic und Max Darj verlor noch immer ein paar Zweikämpfe zu viel, war aber dafür sehr ballorientiert unterwegs und konnte einige Steals und Blocks verbuchen. „In der ersten Hälfte war ich echt zufrieden mit unserer Energie und Intensität in der Abwehr“, sagte Trainer Nicolej Krickau.

Im zweiten Durchgang ließen die Füchse etwas nach, was angesichts einer schon deutlichen Führung allerdings zu verschmerzen war. In der Schlussphase feierte Lukas Herburger im Deckungszentrum sein Comeback nach langwieriger Rückenverletzung. Seit drei Monaten hatte er kein Spiel gemacht, nun bekam er gegen Wetzlar erste Minuten in der Schlussphase.

Auch Nils Lichtlein ist für die Füchse zurück auf dem Spielfeld

So brachte er Entlastung für die geschundenen Körper der hoch beanspruchten Berliner Spieler. Die ist auch im Angriff dringend nötig: Dabei hilft, dass auch Mittelmann Nils Lichtlein nach überstandener Adduktoren-Verletzung zurück ist. Der 23-Jährige war schon am Donnerstag in Flensburg (39:40-Niederlage) erstmalig wieder aufs Feld zurückgekehrt und gibt der Füchse-Offensive eine andere Farbe. „Schön, dass wieder mehr Leute mit dabei sind“, frohlockte Coach Krickau.

Wer allerdings nach wie vor fehlte, war Lasse Andersson, der an einer Bauchmuskelzerrung laboriert. Seine Durchschlagskraft im linken Rückraum und auch seine Standhaftigkeit in der Deckung vermisst Krickau weiterhin sehr. Gegen Wetzlar war das allerdings kein Problem, da die hochgradig abstiegsgefährdeten Hessen im Grunde nie eine ernsthafte Gefahr für die Berliner darstellten.

Milosavljev hält stark – gegen Kiel auch wieder?

Die konnten so schon früh am Nachmittag ein wenig durchwechseln, damit jeder Spieler nach zuletzt schwierigen Tagen etwas Rhythmus bekommt. Das galt vor allem für Torwart Dejan Milosavljev, der ja auch gerade erst eine Verletzungspause (Adduktoren) hinter sich hatte und mit elf Paraden gegen Wetzlar einen guten Auftritt zeigte.

Beim jüngsten Aufeinandertreffen mit Kiel in der Bundesliga vor einem Monat war er mit siebzehn Paraden zum personifizierten Schreckgespenst des Rekordmeisters geworden und hatte so den großen 32:29-Heimsieg ermöglicht. Jetzt scheint er gerade rechtzeitig wieder in Form zu sein – doch im Kollektiv müssen sich seine Berliner für eine Wiederholung dieses Erfolges am Donnerstag noch gehörig steigern.

Die Sinne dafür sind zweifelsohne schon geschärft. Krickau redete nach dem Spiel von sich aus kaum noch über Wetzlar, sondern beinahe nur noch über Kiel. Und seine Conclusio war denkbar klar: „Wir müssen all-in am Donnerstag – so einfach ist das!“

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