Ein Seehund ist am ZOB Flensburg gestrandet.

AUDIO: Nachrichten 18:00 Uhr – 14.12.2025 (5 Min)

Stand: 14.12.2025 19:20 Uhr

Ein Seehund hat sich am Sonntagabend in die Flensburger Innenstadt verirrt. Die Feuerwehr und ein Seehundjäger retteten das Tier aus dem Mühlenstrom-Wasserrad am Busbahnhof (ZOB). Nun muss der Heuler untersucht werden.

Seehundjäger Patrick Gandyra vom Meeressäugerschutz Schleswig-Holstein und Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden zur Hilfe gerufen, als der kleine Seehund in der Flensburger Innenstadt gesichtet worden war. Am Abend lag er neben dem Wasserrad auf einem kleinen Vorsprung. Der Seehundjäger vermutet, dass das Tier zuvor über ein 300 Meter langes Wasserrohr dorthin geschwommen war. Das Rohr führt unterirdisch zur Flensburger Förde.

Gesundheitszustand des Seehunds muss kontrolliert werden

Ein Seehund ist am ZOB Flensburg gestrandet.

Das Tier hatte sich neben ein Wasserrad am ZOB verirrt.

Gandyra stieg zusammen mit einem Feuerwehrmann zum Seehund hinab und holte das geschwächte Tier mit einem Netz nach oben. „Das Tier hat eine extrem flache Atmung. Wir werden den Seehund jetzt erstmal mitnehmen“, sagte Gandyra NDR Schleswig-Holstein. In Gelting im Kreis Schleswig-Flensburg soll der Gesundheitszustand des Tieres dann einmal komplett durchgecheckt werden.

Kann das Tier zurück in die Ostsee?

Sollte es dem Jungtier schlecht gehen, kommt es nach Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) in die Seehundstation, um sich dort zu erholen. Geht es dem Heuler hingegen gut, könne er zurück in die Ostsee, erklärte Gandyra. Das Muttertier soll wohl in der Nähe gesichtet worden sein. Dann könne es den Heuler wiederfinden, hofft der Experte.

Seehund wohl maximal ein halbes Jahr alt

Ein Seehund ist am ZOB Flensburg gestrandet.

Das Tier kommt jetzt nach Gelting zum Seehundjäger – dort wird es in Ruhe durchgecheckt.

Gandyra vermutet, dass es sich bei dem Tier um einen Heuler handelt. Er schätzt, dass der Seehund maximal ein halbes Jahr alt ist und zwischen 20 und 25 Kilogramm wiegt. Das Tier sei „wohl genährt“, sagte er NDR Schleswig-Holstein.

Wer verletzte oder erkrankte Heuler findet, könne sie über die „Robben App“ melden, sagte der Seehundjäger.

Eine Frau hält eine Robbe in den Armen.

Fast täglich werden sie in der Hauptsaison an die Strände der Nordsee gerufen: Ehrenamtler, die Seehunde in Not retten.

Seehunde in der Seehundstation Norddeich.

Die Seehundstation feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gibt es jede Menge Aktionen und einen vergünstigten Eintritt.