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Wladimir Putin unter Druck: Die Ukrainer melden heftige Drohnen-Angriffe gegen die russische Öl-Industrie. Eine Strategie setzt sich im Ukraine-Krieg fort.
Simferopol – Die Verhandlungen laufen im Ukraine-Krieg unter Hochdruck. Aber: Auch die Kämpfe zwischen dem Moskau-Regime des Kreml-Autokraten Wladimir Putin und den Ukrainern gehen unvermindert heftig weiter. Russlands Öl-Industrie steht samt „Schattenflotte“ seit Wochen förmlich unter Dauerbeschuss. Die ukrainischen Streitkräfte haben die für den Kreml so relevante Branche am Samstag (13. Dezember) jetzt mit einer regelrechten Drohnen-Welle überzogen und attackiert.
Moskau-Autokrat: der russische Machthaber Wladimir Putin. © IMAGO / ZUMA Press
Wie die Ukrainska Prawda und The Kyiv Independent übereinstimmend berichten, schilderte der ukrainische Generalstab aus Kiew am Sonntag (14. Dezember) von einem großangelegten Drohnenangriff auf russische Militär- und Öl-Anlagen. Laut Kyiv Independent waren die Öl-Raffinerie Afipsky in der russischen Region Krasnodar, das Öl-Depot Uryupinsk in der Oblast Wolgograd und zwei Treibstoff-Depots auf der völkerrechtswidrig besetzten Krim im Ukraine-Krieg Ziele der demnach heftigen Luftangriffe.
Russlands Wirtschaft unter Beschuss: Ukrainer attackieren Wladimir Putins Öl-Industrie
Laut des Berichts wurden Explosionen in einem Öl-Depot in der Nähe von Simferopol sowie in einem Chemiewerk in der russischen Stadt Weliki Nowgorod gemeldet. Wie die Blogger von Crimean Wind schreiben, meldeten russische Behörden einzig über der Schwarzmeer-Halbinsel Krim 41 Drohnen. Wie The Kyiv Independent berichtet, behauptete das russische Verteidigungsministerium, seine Streitkräfte hätten in der Nacht von Samstag auf Sonntag 141 Drohnen über verschiedenen Regionen abgeschossen.
Der ukrainische Generalstab schrieb bei Telegram zu den neuerlichen Luftschlägen: „Die Angriffsserie zielt darauf ab, Russlands Offensivpotenzial zu verringern und die logistische Unterstützung der russischen Besatzungstruppen zu stören.“ Seit Wochen greifen die Ukrainer jedoch zudem explizit die Öl-Branche Russlands an, um Putins Kriegswirtschaft gezielt zu schwächen. Beispiele dafür gibt es mittlerweile sehr viele.
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Auch Putins „Schattenflotte“ gerät zunehmend ins Visier. Erst kürzlich traf eine ukrainische Seedrohne „Sea Baby“ den Öl-Tanker Dashan vor dem russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk. Bilder einer gewaltigen Detonation machten die Runde. Bei besagter „Schattenflotte“ handelt es sich um Frachtschiffe und Öl-Tanker, die russisches Rohöl und sanktionierte Waren aus Russland an der NATO vorbei in Drittstaaten wie Indien verschiffen.
Sanktionen und Ukraine-Luftangriffe: Wladimir Putins Öl-Branche schwer getroffen
Sie tun dies etwa unter der Flagge von Inselstaaten und unter unklaren Versicherungs- sowie Besitzverhältnissen. Westliche Sanktionen und ukrainischen Drohnen-Luftangriffe gegen Putins Öl-Branche zeigen kombiniert dagegen offenbar Wirkung. Laut Nachrichtenagentur Reuters könnten die russischen Einnahmen aus Öl- und Gasexporten im November um etwa 35 Prozent auf 520 Milliarden Rubel (umgerechnet rund 5,57 Milliarden Euro) im Monat eingebrochen sein.
Der ZDF-Dokumentation „Putins geheime Schattentanker – Wie Russland Sanktionen umgeht“ zufolge, flossen etwa im Oktober 2024 pro Tag rund 210 Millionen Euro durch den Verkauf von Rohöl über den Seeweg in den russischen Staatshaushalt, über den Putin wiederum seinen brutalen Ukraine-Krieg finanziert. Die NATO forcierte zuletzt jedoch gemeinsam mit der Ukraine den Druck. So soll sich jetzt zum Beispiel auch die Türkei gegen russische Energie-Importe entschieden haben. (Quellen: The Kyiv Independent, Ukrainska Prawda, Reuters) (pm)