Die Gewerkschaft Verdi setzt den Arbeitskampf beim Versandhändler Momox fort. Die Beschäftigten sind seit Mitternacht aufgerufen, die Arbeit bis Dienstagnacht ruhen zu lassen, wie die Gewerkschaft mitteilte. Verdi fordert demnach die Anerkennung der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Bei Momox in Leipzig würden viele migrantische und geflüchtete Kolleginnen und Kollegen arbeiten, so Verdi. Sie stünden unter besonderem Druck. Die Beschäftigten befürchteten mit dem Verlust des Arbeitsplatzes auch den Verlust des Aufenthaltstitels.

Unternehmen weist Darstellung von Verdi zurück

Das Unternehmen hatte die Darstellung von Verdi schon früher zurückgewiesen. Mit einem Stundenlohn von 14,50 Euro liege die Lohnzahlung bei der Momox Services GmbH deutlich über dem Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde, teilte Momox Anfang Dezember mit. In den letzten zehn Jahren habe die durchschnittliche jährliche Lohnsteigerung bei rund 7,7 Prozent und damit deutlich über der Inflationsrate gelegen.

Offenheit und Inklusion seien zentrale Unternehmenswerte von Momox, sagte Firmensprecherin Ariane Grebing. „Uns ist es wichtig, gesellschaftspolitische Verantwortung als Arbeitgeberin zu übernehmen. Wir bieten auch Menschen eine echte Perspektive im Arbeitsmarkt, denen diese aufgrund ihres Status, ihrer fehlenden Ausbildung oder auch einer geringeren Kenntnis der deutschen Sprache oft verwehrt ist.“

Das Unternehme respektiere das Streikrecht als demokratisches Grundrecht. Niemand, der streiken möchte, werde daran gehindert. Zuletzt hatte Momox die Auswirkungen von Warnstreiks als sehr gering bezeichnet. 

Streiks seit Ende Oktober