Stand: 15.12.2025 11:15 Uhr
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben in der Bundesliga die Antwort auf das enttäuschende Ergebnis in Madrid gegeben. Die VfL-Frauen siegten am Sonnabend beim 1. FC Nürnberg auch in der Höhe verdient mit 6:1 (2:0).
Vier Tage nach dem 0:2 bei Real in der Champions League, als die „Wölfinnen“ trotz guter Chancen torlos geblieben waren, zeigten sich die Spielerinnen von Trainer Stephan Lerch in Torlaune. Alexandra Popp (26.), Vivien Endemann (45.+4), Lena Lattwein (58.), Justine Kielland (60./69.) und Kessya Bussy (84.) schenkten Nürnberg ordentlich ein. Franziska Mais Treffer (63.) sorgte nur bedingt für Ergebniskosmetik.
Dass die Aufsteigerinnen durchaus Qualität haben, hatten die Fränkinnen am Mittwoch beim 5:3 gegen Wolfsburg-Verfolger Eintracht Frankfurt gezeigt. Wolfsburg aber war dem „Club“ drückend überlegen (31 Torschüsse) – und rückte so bis auf drei Punkte an Tabellenführer Bayern München heran. Wobei die Meisterinnen am Sonntag gegen den HSV noch nachlegen können.
„Wölfinnen“ nicht sofort bissig, aber drückend überlegen
Den Wolfsburgerinnen war in Nürnberg der Frust aus dem Real-Spiel deutlich anzumerken. Die „Wölfinnen“ stürmten vom Anpfiff weg nach vorn. Innerhalb der ersten zwei Minuten hatten Popp (1./direkter Freistoß) und Kapitänin Janina Minge (2./nach guter Kombination) gute Möglichkeiten auf das 1:0. Nur – die VfL-Frauen gingen wie schon in Madrid leichtfertig mit ihren Chancen um. Lattwein (6.) und Minge (25.) scheiterten jeweils am Pfosten.

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Aber Nürnberg war schlicht nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Und nur eine Minute nach dem zweiten Aluminium-Treffer stand es dann doch 1:0. Janou Levels flankte, Popp stürzte sich in den Ball und köpfte ein (26.).
Auf der anderen Seite blieb Martina Tufekovic, die erstmals für die verletzte Stina Johannes das VfL-Tor hütete, nahezu beschäftigungslos. Und das 2:0 zur Pause war hochverdient. Nach einem langen Ball von Cora Zicai lief Endemann frei auf Larissa Rusek, die zunächst auch noch wegrutscht war. Endemann umkurvte die Keeperin und schob den Ball über die Linie (45.+4).
Vier Tore in elf Minuten – und Kleinherne-Debüt
Nach dem Seitenwechsel sorgten die Gäste dann schnell für klare Verhältnisse. Nach einer Levels-Flanke stellte Lena Lattwein mit einer Direktabnahme auf 3:0 (58.). Nur zwei Minuten später flankte Justine Kielland nach einer kurz ausgeführten Ecke in die Mitte – an Freundin und Feindin vorbei ins Netz – 4:0.
Nürnberg: Rusek – Svensson Senelius (85. Mailbeck), Fördös, Wos (72. Günster), Fröhlich, Mai – Guttenberger (61. Gambone), Miller (62. Seguin), Homann, Meroni – Baumgärtel (62. Polaskova)
Wolfsburg: Tufekovic – Linder (70. Bjelde), Bergsvand, Wedemeyer (70. Kleinhern), Levels (62. Pujols) – Kielland, Endemann, Lattwein, Minge (80. Vallotto), Zicai – Popp (62. Bussy)
Tore: 0:1 Popp (26.), 0:2 Endemann (45.+4), 0:3 Lattwein (58.), 0:4 Kielland (60.), 1:4 Mai (63.), 1:5 Kielland (69.), 1:6 Bussy (84.)
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Ganz so leicht wollten sich die Nürnbergerinnen dann aber doch nicht geschlagen geben. Nach einem Freistoß fiel Mai der Ball vor die Füße – und die Mittelfeldspielerin traf wuchtig zum 1:4 ins Eck (63.). Es dauerte aber nur sechs Minuten, da war der alte Abstand wieder hergestellt. Lattwein war diesmal die Vorbereiterin und setzte mit viel Übersicht Kielland in Szene; und die Norwegerin jagte den Ball zum 5:1 unter die Latte.
Für eine positive Nachricht sorgte dann auch noch Sophia Kleinherne. Die Verteidigerin, die sich während der EM bei der Nationalmannschaft schwer verletzt hatte, kam in den letzten 20 Minuten zu ihrem ersten Einsatz für den VfL. Den Schlusspunkt setzte allerdings Bussy, die das Dutzend voll machte.

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg setzten sich auch in der Höhe verdient mit 6:1 beim Aufsteiger in Franken durch.

Die VfL-Frauen scheiterten bei Real an ihrer eigenen Chancenverwertung. Das hatte auch in der Tabelle unmittelbare Folgen.