Beim Spiel von Energie Cottbus gegen SV Wehen Wiesbaden gibt es Ärger um die Schiedsrichterleistung. Schiri-Experte Babak Rafati analysiert die Szenen.
15. Dezember 2025 um 16:10 UhrWiesbaden
Ein Artikel von
Peter Mertes

Schiedsrichterin Davina Lutz zog sich nicht nur mit dem Platzverweis für Dominik Pelivan (r.) den Unmut von Energie Cottbus zu. Experte Babak Rafati bewertet die Leistung der Unparteiischen.
Steve Seiffert Zusammenfassung Neu
- Energie Cottbus kritisiert Schiedsrichterin Davina Lutz nach 1:3-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden.
- Schiri-Experte Babak Rafati erkennt mehrere Fehlentscheidungen, u. a. bei Elfmeter- und Tor-Szenen.
- Gelb-Rote Karte für Dominik Pelivan wegen Meckerns laut Rafati regelkonform, aber empathielos.
- Tor zum 2:1 hätte wegen Foulspiel nicht zählen dürfen, ebenso der Treffer zum 3:1 nach „Stempeln“.
- Entscheidung bei möglichem Handspiel gegen Wiesbaden als korrekt eingestuft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
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Der Frust bei Energie Cottbus über die Schiedsrichterleistung nach der 1:3-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden war groß, die Unparteiische Davina Lutz stand bei mehreren Situationen im Mittelpunkt. Der FCE fühlte sich benachteiligt, Vereinspräsident Sebastian Lemke sprach von einem „Skandal“, Außenverteidiger Simon Straudi von einem Spiel gegen „12, 13 Mann“.
Die Entstehung des ersten Gegentores, die Gelb-Rote Karte gegen Dominik Pelivan wegen Meckerns und mögliche Foulspiele bei den Wiesbadener Treffern zum 2:1 und 3:1 – in vielen Szenen fielen die Entscheidungen zu Ungunsten die Lausitzer aus. Lagen dabei Fehlentscheidungen der Unparteiischen vor?
Schiedsrichtexperte Babak Rafati blickt auf mehrere strittige Szenen. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter analysiert für das Internetportal Liga3-Online.de einmal pro Woche immer am Montag die strittigen Entscheidungen des zurückliegenden Wochenendes in der 3. Liga. Rafati (55) leitete insgesamt 84 Bundesliga-Partien und zahlreiche internationale Spiele.
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Babak Rafati über möglichen Elfmeter und Eckball vor dem 0:1
In der 21. Minute taucht Wiesbadens Stürmer Fatih Kaya vor Energie-Torwart Marius Funk auf und umkurvt der Schlussmann. Funk will per Grätsche retten, Kaya geht zu Boden, der Ball rollt ins Aus. Schiedsrichterin Davina Lutz entscheidet auf Eckball.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Anschließend kommt es zu einem Zweikampf im Strafraum, bei dem Kaya Keeper Funk ausspielt und dieser ein langes Bein macht und den Angreifer zu Fall bringt. Das ist ein Foulspiel und somit hätte es einen Elfmeter sowie die gelbe Karte gegen den Keeper geben müssen, da ein ballorientiertes Vergehen vorliegt.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Eine Fehlentscheidung, den fälligen Elfmeter nicht zu geben. Stattdessen auf Ecke zu entscheiden, ist ebenfalls eine Fehlentscheidung.“
Bei Energie Cottbus sorgte zudem die Entstehung der gesamten Szene für Ärger, weil die Schiedsrichterin im Mittelfeld FCE-Kapitän Axel Borgmann im Weg gestanden und ihn an einem möglichen Ballgewinn gehindert hatte. Rafatis Bewertung dazu: „Zunächst ist es sehr unglücklich, dass die Schiedsrichterin im Mittelfeld im Weg steht und Borgmann daran hindert, an den Ball zu kommen. Anschließend weiterlaufen zu lassen, ist aber regeltechnisch korrekt, da sie nicht den Ball berührt.“
Babak Rafati über möglichen Elfmeter für Energie Cottbus
In der 38. Minute schließt Moritz Hannemann im Strafraum ab, Wiesbadens Jordan Gillekens bekommt den Ball am Boden liegend erst an den Körper, von dort springt ihm das Leder an den Arm. Die Schiedsrichterin entscheidet nicht auf Elfmeter.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Nach einem Schuss von Cigerci [gemeint ist Hannemann] bekommt Gillekens den Ball erst an den Körper, und von da aus springt das Spielgerät an den Arm. Selbst wenn der Ball direkt an den Arm gegangen wäre, wäre es immer noch kein strafbares Handspiel, da der Arm zum Abstützen eingesetzt wird und somit eine natürliche Armhaltung vorliegt.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Somit eine richtige Entscheidung, weiterspielen zu lassen und keinen Elfmeter zu geben.“
Babak Rafati über die Gelb-Rote Karte für Dominik Pelivan
Der nach einem frühen taktischen Foul bereits verwarnte Dominik Pelivan ärgert sich deutlich über den nach Hannemanns Abschluss nicht gegebenen Elfmeter und sieht Gelb-Rot wegen Meckerns.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Anschließend beschwert sich der bereits verwarnte Pelivan gestenreich bei der Schiedsrichterin über diese Entscheidung und bekommt dafür die gelb-rote Karte.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Diese Entscheidung ist regeltechnisch in Ordnung, wenngleich ich persönlich Emotionen dieser Art zulassen und dem Spieler auf Augenhöhe die Entscheidung erklären würde. Man sollte nach meiner Einschätzung in solch einer Situation mehr Empathie als Strenge walten lassen, was zudem mehr Akzeptanz bei den Beteiligten bringt.“
Babak Rafati über Gelbe Karte für Wiesbadens Florian Hübner
An der Seitenlinie foult Wiesbadens Jordy Gillekens Moritz Hannemann in fußballtypischer und nicht übertrieben unfairer Weise. Anschließend gibt es eine Gelbe Karte für Gillekens Mitspieler Florian Hübner.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Für dieses Foulspiel muss man keine Karte zeigen, da es ein Allerweltsfoul ist. Weshalb anschließend Hübner die gelbe Karte bekommt, ist nicht nachvollziehbar.“
Babak Rafati über den Treffer zum 2:1 für SV Wehen Wiesbaden
Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld steigt am langen Pfosten Wiesbadens Florian Hübner in die Luft, setzt sich mit Armeinsatz gegen Nyamekye Awortwie-Grant durch und köpft zur erneuten Führung der Heimelf ein.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Bei diesem Zweikampf ist der linke Arm von Hübner noch im grünen Bereich. Allerdings ist der rechte Arm gegen Awortwie-Grant deutlich aufgestützt, sodass dieser offensichtlich nicht mehr zum Kopfball hochsteigen kann. Man sieht sehr gut, wie der Verteidiger ansetzt, um hochzusteigen, allerdings durch das Herunterdrücken des Angreifers keine Möglichkeit mehr besteht, hochzusteigen.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Somit hätte in dieser Szene auf Freistoß entschieden werden müssen und das Tor nicht anerkannt werden dürfen. Eine Fehlentscheidung, weiterspielen zu lassen und dennoch das Tor anzuerkennen.“
Babak Rafati über den Treffer zum 3:1 für SV Wehen Wiesbaden
In der Nachspielzeit spielt Wehen Wiesbaden einen Konter zum 3:1-Endstand aus. Bei der Vorlage tritt der eingewechselte Moritz Flotho seinem Gegenspieler Axel Borgmann auf den Fuß.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Flotho spielt den Ball nach links weiter, trifft allerdings kurz darauf Borgmann auf den Fuß. Auch wenn das nicht beabsichtigt ist, ist das ein „Stempeln“, sodass ein Foulspiel vorliegt.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Es hätte einen Freistoß geben müssen und der anschließende Treffer hätte nicht zählen dürfen. Eine Fehlentscheidung, weiterspielen zu lassen und den anschließenden Treffer anzuerkennen.“
Babak Rafati über möglichen Elfmeter für Wehen Wiesbaden
Nachträglich hat Rafati noch eine weitere strittige Szene analysiert, in der nach seiner Ansicht der SV Wehen Wiesbaden von der Schiedsrichterin benachteiligt wurde. Hierbei befinden sich bei einer Wiesbadener Ecke Florian Hübner und Erik Engelhardt im Zweikampf, der Wiesbadener geht nach heftigem Ziehen von Engelhardt zu Boden.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Nach einer Ecke springt Hübner zum Kopfball hoch. Dabei ist Engelhardt in einer schlechteren Position hinter ihm und reißt ihn an der linken Schulter nach hinten, sodass dieser nicht mehr an den Ball kommt. Man sieht auch sehr gut den Schwung des Ziehens des Verteidigers, weil der Stürmer einen richtigen Ruck nach hinten bekommt.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Das ist ein Foulspiel, sodass es einen Elfmeter hätte geben müssen. Eine Fehlentscheidung, weiterspielen zu lassen und keinen Elfmeter zu geben.“
Energie Cottbus – der Spielplan in der 3. Liga 2025/26
- 1. Spieltag, Samstag, 2. August, 14 Uhr: Energie Cottbus – 1. FC Saarbrücken 3:3 (2:1)
- 2. Spieltag, Freitag, 8. August, 19 Uhr: 1. FC Schweinfurt – Energie Cottbus 0:2 (0:0)
- 3. Spieltag, Samstag, 23. August, 14 Uhr: TSG Hoffenheim II – Energie Cottbus 4:1 (3:0)
- 4. Spieltag, Samstag, 30. August, 14 Uhr: Energie Cottbus – FC Ingolstadt 1:1 (1:0)
- 5. Spieltag, Sonntag, 14. September, 16.30 Uhr: Waldhof Mannheim – Energie Cottbus 0:3 (0:2)
- 6. Spieltag, Mittwoch, 17. September, 19 Uhr: Energie Cottbus – Erzgebirge Aue 2:1 (1:1)
- 7. Spieltag, Sonntag, 21. September, 16.30 Uhr: SC Verl – Energie Cottbus 2:1 (0:0)
- 8. Spieltag, Freitag, 26. September, 19 Uhr: Energie Cottbus – VfB Stuttgart II 5:0 (2:0)
- 9. Spieltag, Dienstag, 30. September, 19 Uhr: Hansa Rostock – Energie Cottbus 1:3 (1:1)
- 10. Spieltag, Samstag, 4. Oktober, 16.30 Uhr: Energie Cottbus – Alemannia Aachen 3:2 (1:2)
- 11. Spieltag, Sonntag, 19. Oktober, 13.30 Uhr: SSV Ulm 1846 – Energie Cottbus 1:2 (0:0)
- 12. Spieltag, Samstag, 25. Oktober, 14 Uhr: Energie Cottbus – TSV Havelse 4:3 (2:1)
- 13. Spieltag, Samstag, 1. November, 14 Uhr: TSV 1860 München – Energie Cottbus 3:0 (2:0)
- 14. Spieltag, Samstag, 8. November, 14 Uhr: Energie Cottbus – VfL Osnabrück 0:1 (0:0)
- 15. Spieltag, Sonntag, 23. November, 19.30 Uhr: Rot-Weiss Essen – Energie Cottbus 2:3 (0:1)
- 16. Spieltag, Samstag, 29. November, 14 Uhr: Energie Cottbus – Viktoria Köln 3:2 (0:1)
- 17. Spieltag, 6. Dezember: Energie Cottbus – MSV Duisburg 3:2 (1:0)
- 18. Spieltag, 13. Dezember: SV Wehen Wiesbaden – Energie Cottbus 3:1 (1:0)
- 19. Spieltag, 20. Dezember: Energie Cottbus – Jahn Regensburg
- 20. Spieltag, 17. Januar: 1. FC Saarbrücken – Energie Cottbus
- 21. Spieltag, 24. Januar: Energie Cottbus – 1. FC Schweinfurt
- 22. Spieltag, 31. Januar: Energie Cottbus – TSG Hoffenheim II
- 23. Spieltag, 7. Februar: FC Ingolstadt – Energie Cottbus
- 24. Spieltag, 14. Februar: Energie Cottbus – Waldhof Mannheim
- 25. Spieltag, 21. Februar: Erzgebirge Aue – Energie Cottbus
- 26. Spieltag, 28. Februar: Energie Cottbus – SC Verl
- 27. Spieltag, 4. März: VfB Stuttgart II – Energie Cottbus
- 28. Spieltag, 7. März: Energie Cottbus – Hansa Rostock
- 29. Spieltag, 14. März: Alemannia Aachen – Energie Cottbus
- 30. Spieltag, 21. März: Energie Cottbus – SSV Ulm
- 31. Spieltag, 4. April: TSV Havelse – Energie Cottbus
- 32. Spieltag, 8. April: Energie Cottbus – 1860 München
- 33. Spieltag, 11. April: VfL Osnabrück – Energie Cottbus
- 34. Spieltag, 18. April: Energie Cottbus – Rot-Weiss Essen
- 35. Spieltag, 25. April: Viktoria Köln – Energie Cottbus
- 36. Spieltag, 2. Mai: MSV Duisburg – Energie Cottbus
- 37. Spieltag, 9. Mai: Energie Cottbus – SV Wehen Wiesbaden
- 38. Spieltag, 16. Mai: Jahn Regensburg – Energie Cottbus
