
AUDIO: Wegen Gewaltvideo: Landes-AfD will Philip Steinbeck rauswerfen (1 Min)
Stand: 15.12.2025 17:16 Uhr
Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat ein Parteiausschlussverfahren gegen den Kommunalpolitiker Philip Steinbeck eingeleitet. Hintergrund ist ein kürzlich bekannt gewordenes Gewaltvideo, das Steinbeck beim Drangsalieren von Jugendlichen zeigen soll.
Der AfD-Landesvorsitzende Leif-Erik Holm bestätigte, dass gegen den Kommunalpolitiker Philip Steinbeck ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet worden ist. Hintergrund sind kürzlich bekannt gewordene Gewaltvideos. Sie zeigen einen Mann, der zwei Jugendliche drangsaliert, sie tritt, beleidigt und auf allen Vieren kriechen lässt. Später fordert der filmende Mann die beiden sichtlich eingeschüchterten Jugendlichen auf, die auf dem Boden liegende Deutschlandfahne aufzuheben und abzulecken – was diese auch taten. Bei dem Mann soll es sich nach NDR Recherchen um den AfD-Kreistagspolitiker Steinbeck handeln. Entstanden sind die Aufnahmen offenbar im „Volkshaus“ in Lübtheen, das laut Medienberichten Steinbeck gehören soll.
Verhalten sei nicht hinnehmbar
Die betroffenen Jugendlichen selbst hatten Steinbeck angezeigt. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen bestätigt – wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung. Für die Landespartei war damit offensichtlich das Maß voll. „Das Verhalten gegenüber den Jugendlichen ist in dieser Form nicht hinnehmbar, auch wenn diese wohl zuvor unberechtigt in die Liegenschaft des Herrn Steinbeck eingedrungen waren“, heißt es in dem Statement von Holm weiter.
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Waffen und Sprengstoff bei Razzia gefunden
Im Sommer stand Steinbeck, der für die AfD im Kreistag Ludwigslust-Parchim sitzt, bereits im Fokus von Ermittlern. In seinem Anwesen in Jessenitz waren Waffen und Sprengstoff gefunden worden, deren Besitz laut Polizei „unter anderem gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstößt“, hieß es im August. Insgesamt 72 Schuss- und Stichwaffen sowie etwa 1.000 Schuss Munition nahmen die Ermittler mit. Steinbeck hatte die Vorwürfe bestritten. Es habe sich dabei um Dekowaffen gehandelt. Das Schwarzpulver wolle er schon seit 20 Jahren im Keller gelagert haben. Steinbeck vermutete im Sommer eine Intrige gegen sich.
Früh Kontakte zur Landes-AfD geknüpft
Steinbeck wurde in der Vergangenheit mit der NPD in Verbindung gebracht. Sein Name war auf einer Liste mit angeblichen Spendern für die rechtsextreme NPD (heute Die Heimat) aufgetaucht. Spätestens seit Sommer 2016 bestehen offenbar Kontakte der Landes-AfD mit ihm. Der Unternehmer lud den AfD-Kreisverband Schwerin auf sein Anwesen ein. Als Gast vor Ort war damals auch der Bundestagsabgeordnete und Ehrenvorsitzende der Bundespartei, Alexander Gauland.

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