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Böllerei und Feuerwerk zum Jahreswechsel
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Leipziger Umweltverbände fordern Ruhezonen für Wildtiere zu Silvester
Gerade erst scheiterte eine Initiative zum Böllerverbot in der Leipziger Innenstadt. Nun kommt das Thema erneut auf – diesmal geht es um den Schutz von Wildtieren und Hunden.
Leipzig. In der Diskussion um weniger Böllerei zu Silvester haben drei Leipziger Umweltverbände einen neuen Vorstoß unternommen. In einem offenen Brief forderten der Ökolöwe, der Bund und der Nabu einen besseren Schutz von Wildtieren zu Silvester. Vögel etwa würden durch die Knallerei aufgeschreckt, „was die alljährlichen Auffindesituationen von schwer verletzten oder verstorbenen Vögeln sowie aus dem Winterschlaf gerissenen Igeln und anderen mit Knalltrauma aufgefundenen Kleinsäugern beweisen“.
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Umweltverbände: Ruhezonen für Wildtiere schaffen
Es gehe nicht um ein generelles Verbot, schreiben die Umweltverbände, sondern darum, rechtliche Handlungsrahmen konsequent auszuschöpfen. In Naturschutzgebieten sei Feuerwerk bereits verboten, Wildtiere hielten sich aber auch in anderen Grünflächen wie Parks auf. Deshalb sollten Grünflächen und Lebensräume geschützter Arten als Ruhezonen auswiesen werden, in denen um den Jahreswechsel kein Feuerwerk abgebrannt werden dürfe. Gleichzeitig solle die Stadt geeignete alternative Flächen benennen, auf denen gefahrlos gefeiert werden könne. Grundlage dafür könne eine Allgemeinverfügung sein, heißt es in dem offenen Brief, der den Oberbürgermeister Burghard Jung (SPD), Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) und die Stadtratsfraktionen gerichtet ist.
Dass es derzeit dazu kommt, ist allerdings unwahrscheinlich. Im Stadtrat war gerade erst eine fraktionsübergreifende Initiative gescheitert, die ein Böllerverbot in der Innenstadt gefordert hatte. Die Mehrheit des Stadtrates war letztlich dagegen. Nach dem Scheitern gab es deutliche Kritik an Rosenthal, dieser habe nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Rosenthal hatte ein Böllerverbot in der Innenstadt abgelehnt und sich dabei auf die Rechtslage berufen.
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Böllerei erzeugt Stress für viele Leipziger Hunde
Neben Wild- leiden auch Haustiere unter der Böllerei zu Silvester. Die Auswertung einer App für Hundebesitzer hatte nach Angaben des Betreibers gerade ergeben, dass Leipzig zu Silvester einer der gefährlichsten Orte für Hunde ist. Demnach wurden dort in den vergangenen vier Jahren über die App und andere Meldesysteme 112 entlaufende Hunde gemeldet – deutschlandweit die viertmeisten.
Ein generelles oder teilweises Böllerverbot ist in Deutschland umstritten. In Naturschutzgebieten ist es in der Regel verboten – einige Kommunen haben zudem Sperrbereiche festgelegt. Eine repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale Brandenburg in ganz Deutschland hatte kürzlich ergeben, dass sich eine knappe Mehrheit der Befragten für ein generelles Böllerverbot ausspricht.
LVZ