Wer hier lebt, muss es sich leisten können: Stuttgart bleibt eine der teuersten Städte Deutschlands. Nach dem neuen Regionalen Preisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) lagen die Lebenshaltungskosten in der Landeshauptstadt im Jahr 2024 rund 11,5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Damit spielt die Kesselstadt weiter in der Liga der Hochpreisstädte – zusammen mit den Metropolen Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Düsseldorf und – allen voran – München.

Im bundesweiten Vergleich der 400 Kreise und kreisfreien Städte landet Stuttgart auf Platz 394. Übersetzt heißt das: Nur wenige Orte in Deutschland sind noch teurer. In dem Preisindex vergleichen die Forscher Wohn- und Lebenshaltungskosten – darunter Mieten, Strom, Gas und Lebensmittel.

Nicht ganz München – aber nah genug

Ganz oben im Ranking thront weiter München: Dort kostet das Leben fast 24 Prozent mehr als im Bundesschnitt. So teuer ist Stuttgart zwar nicht, doch das ist nur ein kleiner Trost: Im Vergleich zu vielen anderen Großstädten liegt die Schwabenmetropole klar über dem Durchschnitt – und deutlich über dem, was in ländlichen Regionen bezahlt wird. Während auf dem Land die Preise teils fünf bis zehn Prozent unter dem Schnitt liegen, greift man in Stuttgart tief in die Tasche.

IW-Experte Ralph Henger fordert mehr Wohnungsbau in Deutschland. Foto: FLORIAN LANG

Der größte Preistreiber ist – wenig überraschend – das Wohnen. In den sieben größten Städten Deutschlands liegen die Mieten im Schnitt fast 50 Prozent über dem Bundesniveau, die Nebenkosten sind dem IW-Preisindex zufolge ebenfalls deutlich höher. Für Stuttgart gilt: Hohe Einkommen, starke Wirtschaft, wenig Wohnraum – das treibt die Preise. Energie und Lebensmittel sind zwar überall teurer geworden, doch die eigentliche Belastung kommt Monat für Monat mit der Miete.

Der wahre Kostentreiber: die Miete

Wie bezahlbar eine Stadt sei, hänge vor allem von den Wohnkosten ab, betont IW-Experte Ralph Henger laut Mitteilung. Darin birgt sich dem Immobilienexperten zufolge auch eine Chance: „Gelingt es den Kommunen, den Wohnungsbau zu forcieren, können sie das Leben in ihren Städten insgesamt bezahlbarer gestalten.“

Die hohe Inflation der Jahre 2022 bis 2024 habe das Preisgefälle zwischen Stadt und Land hingegen kaum verändert. Energie, Lebensmittel und Alltagsgüter wurden überall teurer – ob Großstadt oder Dorf. Für Stuttgart bedeutet die IW-Studie: Die Stadt war teuer, sie ist teuer geblieben und sie wird es wohl auch bleiben.

Leben in Stuttgart kostet – und das bleibt so

Eine schnelle Entlastung ist laut Forschern nicht in Sicht. Zwar steigen die Mieten nicht mehr ganz so rasant wie in den Boomjahren, doch Fachleute erwarten, dass vor allem in angespannten Märkten wie Stuttgart die Bestandsmieten weiter anziehen. Ohne deutlich mehr Wohnungsbau dürfte sich daran wenig ändern.

Das IW beobachtet seit dem Jahr 2022 zusammen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumplanung (BBSR) die regionalen Preisunterschiede aller 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte. Dabei werden Daten von diversen, frei zugänglichen Internetseiten automatisiert erfasst, ausgelesen und weiterverarbeitet.