Leipzig. Nachdem am Montag allerorten die Auswirkungen der jüngsten Bundesliga-Spiele inklusive des neuen Tabellenbildes ausgewertet war, galt festzuhalten: Borussia Dortmund hat es nicht geschafft, an RB Leipzig vorbeizuziehen. Angriff abgewehrt, ohne selbst zu gewinnen, weil der BVB auch nicht gewann. So läuft der Spitzenkampf manchmal. RB geht als Zweiter in den Jahresabschluss. Doch die Verfolger hängen den Leipzigern am Auspuff.

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Am Montag ereilte die Fußball-Welt noch ein möglicherweise einschneidendes Ereignis, das die Tabelle der Liga beeinflussen könnte. Die FIFA rief – und der Weltverband lässt nicht zweimal bitten: Es besteht Abstellungspflicht für die Spieler von Afrika-Cup-Teilnehmern. Also auch für Leipzigs Juwel Yan Diomande (Elfenbeinküste) und Amadou Haidara (Mali). Der kontinentale Wettbewerb vom 21. Dezember bis zum 18. Januar in Marokko zieht fortan mehrere Beobachter mindestens ein Stück weit in den Bann.

Abreisen zur Nationalmannschaft

Hat er auch Auswirkungen auf den Spitzenkampf? Möglicherweise. Noch im Sommer hätte man vielleicht nicht zwingend erwartet, dass ein 19-Jähriger wie Diomande im Dezember schon so eine wichtige Rolle spielt bei RB, dass sein Fehlen schmerzt, ohne dass er auf der langen Ausfallliste als verletzt vermerkt ist. Nach seiner Abreise zur Nationalmannschaft am Sonntag postete Diomande an diesem Montagvormittag auf „Instagram“ die aktuelle Tabelle, versehen mit einem Bizeps-Emoji und einem Herz.

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Diomande war einer der stärksten Spieler in den vergangenen Wochen für sein geliebtes Leipzig. Insgesamt fehlen RB inklusive Diomande und Haidara aktuell elf Spieler im 29-Mann-Kader – wenngleich Wege der Rückkehr in Aussicht stehen. Haidara, der am Samstag zum Nationalteam abreiste, steht vor einem Wechsel zum französischen Überraschungstabellenführer RC Lens und spielte zuvor auch keine Rolle mehr bei RB.

Diomande könnte bis zu vier Liga-Spiele fehlen. Die Elfenbeinküste geht als Titelverteidiger in den Wettbewerb, der wegen der vergangenen FIFA-Klub-WM im Sommer 2025 erstmals über Weihnachten und den Jahreswechsel stattfindet. Während der ein oder andere hastig die letzten Geschenke an Heiligabend einpackt, schaut der Tempodribbler mit dem explosionsartigen Antritt, was er an Tricks gegen Mosambik auspackt.

Heiligabend geht‘s gegen Mosambik

Die Elfenbeinküste – Deutschlands WM-Gruppengegner − spielt Heiligabend um 18.30 Uhr in Marrakesch gegen Mosambik. Läuft’s gut für Diomande und. Co., schlägt der Ivorer erst am 24. Januar im völligen Kontrastprogramm auf der winterlichen Ostalb (die auch ohne Winter schon rau ist) beim 1. FC Heidenheim auf. Er würde also gegen Leverkusen, St. Pauli, Freiburg und die Bayern fehlen.

Beim Blick auf die letzte Liga-Woche dieses Jahres lässt sich sagen: RB und sein letzter Gast Bayer Leverkusen an diesem Samstag (18.30 Uhr, Red Bull Arena/Sky) trifft es vielleicht am härtesten gemessen am „Impact“ für die aktuelle Startelf. Diomande geht aus dem Liga-Jahr nicht nur mit sechs Toren und drei Assists – sondern auch aktuell mit den meisten erfolgreichen Dribblings und gewonnenen Zweikämpfen ligaweit.

Spielplatz für Bakayoko, Gomis und Maksimovic

Bei RB-Verfolger Bayer 04 fehlen sogar vier Profis, drei davon (Edmond Tapsoba, Ibrahim Maza, Christian Kofane) gehörten beim jüngsten 2:0-Sieg gegen Köln zur Startelf. Es gilt aber auch bei RB, dass sich anderen Profis Chancen bieten: Johan Bakayoko und Tidiam Gomis – neben Diomande fehlt weiterhin auch Antonio Nusa – könnten mehr Spielminuten erhalten, um ihre Künste auf den Flügeln und in der Startelf zu zeigen. Auch Andrija Maksimovic könnte nachrücken.

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Unter den vier Besten kann Bayern eher noch auf Stürmer Nicolas Jackson (Senegal) verzichten. Dortmund musste Stammverteidiger Ramy Bensebaini abstellen. Bei den Abstiegskandidaten hat möglicherweise nur Augsburg (drei Profis) die Auswirkungen des Cups auf den eigenen Spielbetrieb zu spüren. Übrigens: Auch im ganz oberen Regal sind ein paar Fächer leer vor Weihnachten: Rekordsieger Ägypten spielt mit Liverpools Mo Salah und Manchester Citys Omar Marmoush. Das Fehlen von Afrika-Stars zieht sich durch alle Ligen im internationalen Top-Fußball.

Infos:

Der Afrika-Cup läuft live bei Sportdigital (kostenpflichtig) via Kabel, Satellit, Smart TV-Apps und Internet (sportdigital.de und in der Sportdigital+ App). Der Sender ist in Deutschland auch über den Streamingdienst DAZN empfangbar.

24 Mannschaften, sechs Gruppen: Der Spielplan zum Afrika-Cup: www.cafonline.com/media/epqkudrg/match-schedule_totalenergies-caf-africa-cup-of-nations_morocco25.pdf

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Afrika-Cup-Abstellungen nach Bundesliga-Platzierung:

FC Bayern: Nicolas Jackson (Senegal); RB Leipzig: Yan Diomande (Elfenbeinküste), Amadou Haidara (Mali); Borussia Dortmund: Ramy Bensebaini (Algerien); Bayer Leverkusen: Edmond Tapsoba (Burkina Faso), Ibrahim Maza (Algerien), Eliesse Ben Seghir (Marokko), Christian Kofane (Kamerun); TSG Hoffenheim: Bazoumana Toure (Elfenbeinküste), VfB Stuttgart: Bilal El Khannouss (Marokko), Eintracht Frankfurt: Fares Chaibi (Algerien), Ellyes Skhiri (Tunesien), VfL Wolfsburg: Mohamed Amoura (Algerien), FC Augsburg: Samuel Essende (DR Kongo), Elias Saad (Tunesien), Ismael Gharbi (Tunesien). Keine Spieler von Union Berlin, SC Freiburg, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, Hamburger SV, FC St. Pauli, 1. FC Heidenheim, 1. FSV Mainz 05.

– 2. Bundesliga: VfL Bochum: Ibrahima Sissoko (Mali); 1. FC Magdeburg: Lubambo Musonda (Sambia)

LVZ