Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim befasst sich ab Dienstag mit der Lagerung von Atommüll in Philippsburg (Landkreis Karlsruhe). Im Zwischenlager auf dem ehemaligen Kernkraftwerksgelände sind 106 Castor-Behälter mit radioaktivem Material untergebracht. Die Stadt Philippsburg und Anwohner haben geklagt.

Atommüll jahrzehntelang im Zwischenlager? Zweifel an der Sicherheit

Die Kläger stellen die Sicherheit des Zwischenlagers Philippsburg in Frage. So sei beispielsweise die Abwehr eines Drohnenangriffs oder der Schutz im Fall eines Flugzeugabsturzes nicht gewährleistet. Die Stadt Philippsburg und drei Eigentümer von Grundstücken in der Nähe des Zwischenlagers gehen deswegen vor dem VGH gegen die Genehmigung vor.

Die Genehmigung für das Zwischenlager wurde vom Bundesamt für Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilt. Der Verwaltungsgerichtshof hatte Eilanträge gegen die Genehmigung bereits Anfang November 2024 abgelehnt.

Philippsburg, Mannheim

Zwischenlager in Philippsburg mit Castor-Behältern


Verhandlung am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg
Streit um Atommüll – Wie sicher ist das Zwischenlager in Philippsburg?

Vier Kläger bezweifeln die Sicherheit des Zwischenlagers Philippsburg im Hinblick auf mögliche Angriffe oder einen Flugzeugabsturz. Jetzt muss der VGH Baden-Württemberg entscheiden.

Atommüll in Philippsburg – Warten auf Schacht Konrad

Im Zwischenlager in Philippsburg ist radioaktiver Müll untergebracht, der beim Betrieb des Kernkraftwerks angefallen ist. Die letzten vier Behälter mit Atommüll sind vor einem Jahr aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Frankreich im Zwischenlager eingetroffen.

Am 20. November 2024 sind die letzten Castor-Behälter im Zwischenlager in Philippsburg eingetroffen.

Am 20. November 2024 sind die letzten Castor-Behälter im Zwischenlager in Philippsburg eingetroffen.

Der Müll soll in Philippsburg bleiben, bis ein Endlager für Deutschland gefunden ist. Die Einlagerung im derzeit dafür vorgesehenen Schacht Konrad in Norddeutschland könnte nach Einschätzung der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) frühestens Anfang der 2030er Jahre beginnen. Allerdings gilt das Projekt als stark umstritten.