Eingang des BBC-Gebäudes in London (Archivbild)

Stand: 16.12.2025 04:57 Uhr

Er hatte es bereits angedroht – nun ist es offiziell: US-Präsident Trump hat Milliardenklage gegen die BBC eingereicht. Grund ist eine Sendung, für die Teile seiner Rede vom Tag des Sturms auf das Kapitol zusammengeschnitten wurden.

US-Präsident Donald Trump hat Milliardenklage gegen den britischen Sender BBC eingereicht. Mehrere US-Medien meldeten, dass die Klageschrift bei einem Gericht in Florida eingegangen sei. Laut der Nachrichtenagentur AFP fordert er Schadenersatz in Höhe von zehn Milliarden Dollar.

Trump hatte den Schritt bereits angekündigt. Hintergrund ist eine BBC-Dokumentation aus dem Jahr 2024. Darin wurden Ausschnitte seiner Rede vom 6. Januar 2021 so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entstehen konnte, er habe seine Anhänger direkt zum Sturm auf das Kapitol aufgerufen.

Trump wiederholte in der Rede die mehrfach widerlegte Behauptung, er sei durch Betrug um den Wahlsieg gebracht worden. Nach der Rede stürmten seine Anhänger den Sitz des Parlaments.

Ausstrahlung kurz vor US-Wahl

Die Ausstrahlung der BBC-Dokumentation erfolgte kurz vor der US-Wahl 2024, bei der Trump die Demokratin Kamala Harris besiegte. Der Sender räumte nach Trumps Kritik Fehler ein. Unbeabsichtigt sei der Eindruck entstanden, es handle sich um einen zusammenhängenden Redeabschnitt. Der Fall wurde als Grund für den Rücktritt von Senderchef Tim Davie und Nachrichtenchefin Deborah Turness genannt. Das Medienunternehmen sah aber keine Grundlage für eine Verleumdungsklage gegen sich.

Wegen seiner Rolle beim Kapitol-Sturm wurde Trump 2023 wegen Verschwörung zur Behinderung einer offiziellen Amtshandlung sowie zum Betrug an den USA angeklagt. Nach Trumps Wahlsieg 2024 sah sich die Justiz gezwungen, das Verfahren einzustellen.