Kiel. Einen neuen Personalausweis abholen oder seinen Wohnsitz ummelden? Seit Ende September können Bürger in mehreren Stadtteilen den wohnortnahen Verwaltungsservice nicht mehr wahrnehmen. Denn die Stadtteilämter in Suchsdorf, Dietrichsdorf und Elmschenhagen sind auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der Grund: Arbeiten an den EDV-Leitungen erweisen sich komplizierter als erwartet, heißt es aus dem Rathaus.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Nicht nur viele Einwohner standen vor der geschlossenen Tür des Amtes in Suchsdorf. „Auch wir im Ortsbeirat haben keine Informationen zur Schließung erhalten“, berichtete Daniele Stegmann, Vizeleiterin des Suchsdorfer Stadtteilgremiums, in der jüngsten Sitzung. Zeitweise konnten Einwohner Termine in Suchsdorf online buchen und mussten dann den enttäuschenden Aushang an der Glastür im Amrumring 2 zur Kenntnis nehmen: „Das Stadtteilamt ist vorübergehend geschlossen. Ihren Personalausweis oder Pass können Sie im Rathaus abholen.“ Wer gerade online bei Google recherchierte, erhielt als Information allerdings fälschlicherweise die regulären Öffnungszeiten dienstags und donnerstags.
Kritik vom Ortsbeirat Suchsdorf an schlechter Rathaus-Kommunikation
„Die Schließungen wurden von der Stadt schlecht kommuniziert“, kritisierte Daniele Stegmann. Die Gründe und die Dauer der Schließung habe man bisher nicht erfahren. Der Ortsbeirat forderte die Stadt nun auf, diese Informationen nachzuliefern. Auf KN-Anfrage teilte das Rathaus mit, dass die Außenstellen in Dietrichsdorf, Elmschenhagen und Suchsdorf aufgrund aktueller Probleme mit der Leitungsinfrastruktur vorübergehend geschlossen seien. „Die Arbeiten an den Leitungen gestalten sich als komplex und kostenintensiv. Sobald die EDV-Probleme gelöst sind, werden die Stadtteilämter den Betrieb wieder aufnehmen. Leider gibt es dazu noch keine verbindliche zeitliche Einschätzung“, teilte die Pressestelle mit.
Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nicht zufrieden mit der Kommunikation der Stadt zeigte sich auch Michael Tautz (SPD), Ortsbeiratsvorsitzender in Neumühlen-Dietrichsdorf. „Wir warten auf eine Antwort, warum die Außenstelle bei uns schließen musste.“ Auch wenn er im Stadtteil noch keinen großen Aufschrei wahrgenommen habe, sei das Angebot für die Menschen aus sozialen Gründen vor Ort wichtig: „So muss man nicht für alle amtlichen Erledigungen ins Rathaus fahren.“
Viele Anliegen können in Kiel digital erledigt werden
Von der Pressestelle heißt es, dass viele der Dienstleistungen des Stadtamtes mittlerweile digital angeboten werden und so ortsunabhängig genutzt werden könnten. Die Bürger könnten ihre Anliegen in persönlichen Terminen außerdem an den anderen Standorten klären – im Rathaus ebenso wie in den Stadtteilämtern Hassee, Mettenhof und Pries.
Hauptsächlich nutzen die Bürger den Vor-Ort-Service, um in den Stadtteilämtern Pass- und Personalausweisanträge zu stellen sowie An- und Ummeldungen vorzunehmen, hieß es. Die Außenstellen wurden aufgrund der Eingemeindungsverträge von 1922 (Dietrichsdorf), 1938 (Elmschenhagen) und 1956 (Suchsdorf) gegründet.
So erhalten Kieler Termine
Neue Termine für den Folgetag werden im Rathaus täglich um 7.30 Uhr freigeschaltet und können online gebucht werden unter www.kiel.de/termine. Neue Termine für die geöffneten Außenstellen werden freitags gegen 8 Uhr veröffentlicht. Informationen zur Terminvergabe sind auch telefonisch unter 0431 901-904 erhältlich. Sachauskünfte rund um Einwohner-Angelegenheiten werden unter 0431 901-900 erteilt. Aktuelle Anliegen beim Stadtteilamt können auch per E-Mail angefragt werden unter ema@kiel.de.
KN