Altenholz. „So etwas habe ich noch nie erlebt!“ Haustechniker Conni Heinrichs war entsetzt, als er am Morgen auf seinen Arbeitsplatz zuging und statt des stolzen vier Meter hohen Weihnachtsbaums am Haupteingang nur noch einen traurigen Stumpf erblickte. Die Tanne war offenbar nächtens zuvor einfach abgesägt worden.
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„Das waren Profis“, sagt Conni Heinrichs und zeigt auf die akkurat glatte Stelle, an der die Säge angesetzt wurde. So sieht es nach seinem Urteil nur aus, wenn Könner mit gutem Werkzeug am freilich frevelhaften Tun waren.
„Den Leuten ist nichts mehr heilig“
Als Kümmerer des Seniorenhauses in Altenholz-Stift hat der Haustechniker gewöhnlich alle größeren und kleineren Probleme im Blick. Dass aber jemand ausgerechnet einen Weihnachtsbaum und noch dazu ausgerechnet vor einem Pflegeheim zur Strecke bringt, wäre ihm nie im Leben in den Sinn gekommen.
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„Eine Frechheit“, empört er sich, während eine vom Foyer aus nach draußen blickende Pflegerin noch deutlicher wird: „Wie schäbig, wie dreckig!“ Auch ein Arbeiter, der gegenüber im Park Pflastersteine verlegt, mag es nicht glauben. „Den Leuten ist nichts mehr heilig“, seufzt er.

Nicht anders ist die Gemütslage bei Einrichtungsleiterin Jessica Fischer, die für einen derart rabiaten Raub nicht das geringste Verständnis hat. Besonders mit Blick auf die 64 vielfach hochbetagten Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenhauses. „Die waren schon sehr entsetzt, als der Baum plötzlich fehlte“, erzählt Jessica Fischer.
Abgesägter Baum in Altenholz: Niemand bekam etwas mit
Was sich niemand wirklich erklären kann: Der Baum wurde in der Nacht zu Montag nicht nur abgesägt, sondern samt allem Schmuck und Beleuchtung auch abtransportiert. Und das offenbar, ohne dass in dieser zentralen Lage von Altenholz irgendjemand etwas mitbekommen hätte.
Alsbald herumgesprochen hatte sich das Weihnachtsdrama im benachbarten Rathaus von Altenholz. „Unfassbar, dass jemand sowas macht“, ärgerte sich Bürgermeister Mike Buchau (CDU) und befand: „Schnelles Handeln ist gefragt.“
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Treu dieser Devise umging sogar der Verwaltungschef den Dienstweg und spendete dem Seniorenhaus aus eigener Tasche einen neuen Weihnachtsbaum. Bereits am Dienstagnachmittag wurde die ebenfalls um die vier Meter hoch gewachsene Tanne unter allseitiger Teilnahme festlich geschmückt und beleuchtet. Nun ist die Hoffnung groß, dass auch den Tätern ein Licht aufgeht und sie wenigstens Weihnachtsbäume vor ihrer kriminellen Energie verschonen.
KN