Kiel. Seit dem vergangenen Freitag steht fest, wie das neue Holstein-Stadion aussehen wird. Die Pläne stießen auf ein überwiegend positives Echo, auch bei den Fans. Der 8-jährige Wito etwa spielt selbst Fußball. Wenn das Holstein-Stadion 2030 fertig sein soll, ist er bereits 13. „Ich freue mich schon drauf.“
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Sein Vater Nils Jachmann hofft, ab 2030 regelmäßiger Chancen auf Karten zu bekommen. „Der Umbau hätte Potenzial für noch mehr Platz gehabt, ansonsten ist es schön modern, stylisch und sehr schick“, sagt er. „Obwohl das alte Stadion schön urig ist, wurde es Zeit. Doch die Kosten für den Neubau sind schon eine Nummer.“
„Großartig“: So bewerten Kieler das neue Holstein-Stadion
„Sehr schick, deutlich schöner als das alte“, kommentiert hingegen Nadine Groß. Auch sie will versuchen, nach der Vergrößerung an Dauerkarten zu kommen. „Während des Umbaus wird es wahrscheinlich kaum Plätze geben“, befürchtet sie. Wie bewertet Trainer Marcel Rapp den Nachteil des Neubaus bei laufendem Spielbetrieb? „Es gibt immer zwei Beteiligte – Unsere Gegner werden genauso auf einer Baustelle spielen müssen, wie wir auch“, sagt Rapp pragmatisch und hält den Entwurf für gut.
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Ebenso wie Holstein-Fan Jochen Arp. Er lobt die Größe, die Erweiterungsmöglichkeit sowie Nutzung als Multifunktionsanlage. Der 75-Jährige hofft dank neuer Kapazität, spontaner einen Platz im Stadion ergattern zu können. „Das ist zurzeit nicht der Fall. Ich genieße von der Couch aus“, sagt er und lacht. „Das familiäre Gefühl soll erhalten bleiben. Um das äußerliche Erscheinungsbild kann man sich streiten.“ Das spitze, kantige Design sage ihm nicht zu.

„Es sieht klasse aus“, zeigt sich dagegen Saskia Kelbe begeistert. „Endlich mal ein anständiges Stadion. Das hätten sie ewig schon machen sollen – Kiel ist immerhin eine Landeshauptstadt.“ Ihre Freundin Doreen Breitenbach beobachtet: „Die Baustruktur passt gut zum Umfeld, etwa der Uni. Hier gibt es wenige runde Gebäude. Kiel ist eckig“, sagt sie und lacht. Nur die Zuschaueranzahl von 22.000 Plätzen halte sie für zu wenig.

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Jona Wandrey ist KSV-Mitglied und hält den Platz für ausreichend. „Das Stadion ist großartig, passt in den Norden und bringt eine Frische und ein Flair mit, das hier reinpasst.“ Arp finde es gut, dass der Standort erhalten bleibe. Nils Jachmann hingegen merkt an, dass die Verkehrsanbindung besser werden müsse.

In einer nicht-repräsentativen Umfrage auf KN-online.de begrüßten über 78 Prozent der Teilnehmer den Entwurf, nur zwölf Prozent konnten sich nicht mit ihm anfreunden.
Auch in den sozialen Medien überwog die Zahl der positiven Kommentare. Häme gab es eher im Zusammenhang mit der sportlichen Situation von Holstein Kiel. Die Nutzer fragten sich, was die Störche, aktuell nur drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt, denn mit so einem Stadion in der Dritten Liga wollen. Einige Nutzer nahmen den langwierigen Prozess bis zum finalen Baubeschluss aufs Korn. „Ich glaube das immer noch nicht. 50 Jahre darauf gewartet“, lautete ein Kommentar auf Instagram.
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Ein anderer Nutzer sah Ähnlichkeiten zur Mewa-Arena von Bundesligist 1. FSV Mainz 05: „Kiel: Hey Mainz, darf ich deine Hausaufgaben abschreiben? Mainz: Ja, aber ändere es bitte etwas ab.“ Die Ähnlichkeit ist sicher kein Zufall. Mit der Firma Zech Sports GmbH erhielt das Unternehmen den Zuschlag für den Bau des Holstein-Stadions, das auch die Arena in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt gebaut hat. „Meine Kinder dachten zunächst, das Stadion hätte offene Ecken“, erzählt Doreen Breitenbach. Dieser Irrglaube sei weit verbreitet. Doch statt Zugluft an den äußeren Plätzen schützt eine Verglasung vor eisigen Temperaturen – und sorgt für eine extra-laute Stimmung von den Rängen.
KN