Passau (Bayern) – Seit mehr als 160 Jahren steht Eterna nach eigenen Angaben für „Design und Qualität made in Passau“. Jetzt meldet einer der bekanntesten deutschen Hersteller von Hemden und Blusen Insolvenz in Eigenverwaltung an.
Der „Business Insider“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) berichtet am Dienstag über Deutschlands „nächsten prominenten Pleitefall“. Demnach hat das 1863 gegründete Traditionsunternehmen beim Amtsgericht in Passau einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.
Laut Eterna soll so die laufende Restrukturierung vereinfacht werden. Investoren, Kunden, Lieferanten und Partner würden das Insolvenzverfahren unterstützen.
Der laufende Betrieb soll mit dem bisherigen Management (Vertriebschef Dirk Hesper und Finanzgeschäftsführer Herbert Oelke) fortgeführt werden. Das Gericht beauftragte zudem den Sanierer Georg Bernsau von der Kanzlei KL Gates LLP.
900 Mitarbeiter von Insolvenz betroffen
Laut „Business Insider“ ermöglicht das Insolvenzverfahren Eterna (Umsatz: ca. 100 Mio Euro/Jahr) Sonderkündigungsrechte für bestehende Verträge: „Ziel des Verfahrens ist die Umsetzung des letzten Meilensteins in der Transformation der Firma, das vollständige Outsourcing der Logistik sowie der Verkauf und die Rückmietung des Betriebsgrundstücks“, heißt es in der Erklärung, die dem Portal vorliegt. Bei dem angestrebten „Sale-&-Lease-Back-Geschäft“ verkauft eine Firma ihren Besitz, um ihn im Anschluss zu mieten. Das soll den Neustart sichern.
Eterna verkauft eigenen Angaben zufolge jährlich etwa 3,5 Millionen Hemden und Blusen. Das Unternehmen beschäftigt knapp 900 Mitarbeiter.
Bundesweit betreibt Eterna etwa 50 Markenläden. Der Großteil der Hemden oder Blusen wird jedoch über den Einzelhandel verkauft. Weltweit werden von dem Passauer Unternehmen rund 5500 Einzelhändler beliefert, davon etwa 3000 in Deutschland.