Berlin – Kaum entfernt, schon wieder da! In der Hasenheide sorgt erneut ein verstörender Anblick für Entsetzen: In einem Baum an der Straße an der Hasenheide/Ecke Jahnstraße stecken lauter gebrauchte Spritzen.
Am Samstagabend tauchte auf dem Facebook-Kanal Gärten des Grauens ein Foto auf: „Besinnlicher Weihnachtsschmuck in der Hasenheide“. Darauf zu sehen: Spritzbesteck, direkt in den Stamm gesteckt. Noch am selben Abend reagierte das Bezirksamt und ließ die gefährlichen Nadeln entfernen. Bereits im August wurde in der Kreuzberger Gneisenaustraße so ein Drogen-Baum gesichtet.
Deutlich mehr Spritzen waren es noch am Samstagabend, wie in diesem Post auf Facebook zu sehen ist
Foto: Instagram/Gärten des Grauens
Das Bezirksamt Neukölln bestätigt den schnellen Einsatz auf BILD-Nachfrage: „Bei Bekanntwerden erfolgt umgehend eine Entfernung des infektiösen Materials.“ Das Ordnungsamt habe den Baum noch am selben Abend gefunden und die Spritzen beseitigt.
Doch lange hielt das nicht: Schon wieder stecken neue Spritzen im Baum – wenn auch weniger als zuvor.
Bei dem betroffenen Baum handelt es sich um eine Linde. Klar ist: „Kein Baum mag von Spritzen angestochen werden.“ Solch eine Häufung sei bislang nicht bekannt. Zwar komme es immer mal wieder vor, dass einzelne Spritzen in Bäumen stecken – diese Menge in so kurzer Zeit sei jedoch eine erschütternde Besonderheit.
Nachdem das Ordnungsamt die Spritzen noch am Samstag entfernt hatte, steckten am Montag schon wieder neue im Baum
Foto: Beurich Timo
Benutzte Drogen-Spritzen werden schlampig entsorgt
Denn dahinter steckt ein großes Problem. Neukölln kämpft seit Jahren mit schlampig entsorgtem Drogenbesteck. „Unsachgemäße oder nicht erfolgte Entsorgung von Konsumutensilien sind eine ständige Herausforderung“, so der Bezirk. Durch die hohe Mobilität der Szene gebe es keinen festen Brennpunkt – „der gesamte Norden ist betroffen“.
Direkt neben diesem Parkeingang unweit der Jahnstraße befindet sich der Ekel-Baum
Foto: Beurich Timo
Behälter für benutzte Spritzen gibt es zwar in einigen Grünanlagen, doch eine flächendeckende Lösung scheitert laut Bezirk am Aufwand. Zudem hätten sich manche Standorte nicht bewährt, weil die Behälter wiederholt aufgebrochen wurden.
Wer Hinweise auf achtlos entsorgtes Drogenbesteck hat, kann diese dem Bezirk melden – etwa über die Ordnungsamt-App oder per Mail an die Suchthilfekoordination.