Es waren unschöne Erlebnisse, die der FC Schalke 04 und insbesondere Christopher Antwi-Adjei beim Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei Lok Leipzig im August machen mussten. Ein Fan hatte den S04-Profi beim 1:0-Sieg nach Verlängerung rassistisch beleidigt, für den Rest des Spiels pfiffen zahlreiche Anhänger der Gastgeber Antwi-Adjei aus.
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Im November sprach das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein Urteil gegen Lok Leipzig. Dieses hat allerdings keinen Bestand gegen die Berufung des Regionalligisten. Ergebnis der Verhandlung am heutigen Dienstag: Die ursprüngliche Strafe wird deutlich reduziert. Statt 30.000 Euro müssen die Sachsen nun 24.000 Euro bezahlen. Einen Drittel der Summe können sie, wie schon im ursprünglichen Urteil vorgesehen, für Präventivmaßnahmen gegen Rassismus und Diskriminierung verwenden – insbesondere für die Entwicklung eines Aktionsplans gegen Rassismus und Diskriminierung.
Schalkes Antwi-Adjei rassistisch beleidigt: Täter bisher nicht ermittelt
Der Fan, der Antwi-Adjei in der 13. Spielminute mit dem N-Wort beschimpft hatte, ist Leipzig-Angaben zufolge übrigens noch nicht von der Polizei gefunden worden. Sollte der Täter ermittelt werden, möchte Lok die Strafe nach Möglichkeit vollumfänglich auf ihn umlegen.

Schalke-Profi Christopher Antwi-Adjei schildert dem Schiedsrichter beim Pokalspiel in Leipzig, dass er rassistisch von einem Fan beleidigt wurde.
© firo | firo
Zudem kommt der Klub um einen Zuschauer-Teilausschluss herum – zumindest vorerst. Ursprünglich sollten der Unterrang der Tribüne (256 Sitzplätze) und der Dammsitz (1200 Zuschauer) beim nächsten DFB-Pokalspiel für Fans gesperrt werden. Aus diesem Bereich des Bruno-Plache-Stadions war auch die Beleidigung gegen Antwi-Adjei gefallen. Nun wurde die Strafe bis 2030 zur Bewährung ausgesetzt. Eine Sperrung hätte schmerzhafte Einnahmeverluste für Lok bedeutet. Wann der Verein wieder im DFB-Pokal antritt, ist allerdings unklar. Die Qualifikation über den Landespokal ist in dieser Saison nicht mehr möglich, Leipzig ist bereits ausgeschieden.

„Wir begrüßen die Entscheidung des DFB-Sportgerichts, das Strafmaß im Berufungsverfahren zu reduzieren. Wir sind froh, dass unserer Argumentation gefolgt wurde und sehen darin eine angemessene Würdigung der von uns vorgetragenen Umstände“, wird Geschäftsführer Martin Mieth in einer Mitteilung des Klubs zitiert. Das Urteil werde man akzeptieren. „Unabhängig davon verurteilen wir Diskriminierung und Rassismus weiterhin aufs Schärfste und werden unsere schon vor über zehn Jahren begonnene Präventionsarbeit weiter konsequent fortsetzen und vertiefen. Es sollte endlich jeder verstehen, dass das bei Lok und in der Gesellschaft nichts zu suchen hat. Es schadet uns jedes Mal und macht die tägliche harte Arbeit Vieler kaputt, die versuchen, den 1. FC Lok weiterzuentwickeln.“ (ea)