Von Renate Schwanebeck

Ladenburg. Bereits am Montag präsentierten Bürgermeister Stefan Schmutz und Kämmerin Eva-Maria Rother die Eckdaten des neuen Haushaltsentwurfs für 2026. Das Zahlenwerk soll den Mitgliedern des Gemeinderates in der Sitzung am Mittwoch um 18 Uhr im Domhof vorgestellt werden.

„Dem Grunde nach geht es uns noch gut“, fasste es Bürgermeister Schmutz zusammen und dankte Rother und ihrem Team. „Wir müssen uns aber deutlich stärker anstrengen“, so sein Appell. Insgesamt kann das Haushaltsjahr mit knapp über zwei Millionen Euro positiv abgeschlossen werden. Die Hebesätze, außer bei der Grundsteuer A, werden gleich bleiben.

Positiv zu vermerken ist, dass die Werk-Realschule fertig saniert wird, die Dreifeld-Sporthalle soll ebenfalls fertiggestellt und der St. Johannes-Kindergarten eröffnet werden. Priorität hatten Kinderbetreuung, Schulbau, Sporthalle und Schwimmbad-Sanierung. „Die gute Nachricht ist, dass wir handlungsfähig bleiben und etwa 13 Millionen Euro investieren wollen.“

„Das ist das Licht“, so der Bürgermeister. „Der Schatten, und das ist wichtig zu betonen, der kommt in den nächsten Jahren.“ In den Jahren 2027 und fortfolgende müsse man extrem aufpassen, dass die Kosten nicht davonlaufen. Dann sei es nämlich nicht ausgeschlossen, dass die Stadt unter Aufsicht gestellt werde. „Haushaltskonsolidierung“ sei deshalb das Stichwort.

„Wir müssen das Geld bewusster ausgeben und können uns nicht mehr alles leisten – und schon gar nicht gleichzeitig.“ So werde man zum Beispiel aus dem Leih-Fahrrad-Projekt „Next Bike“ aussteigen. „Man hat uns versprochen, dass es irgendwann wirtschaftlich wird, aber das deutet sich nicht an.“ Deshalb werde man diesen Service nicht mehr anbieten können.

Dienstleistungen und Gebühren gelte es generell zu verkleinern und regelmäßig zu überprüfen, betonte das Stadtoberhaupt. So sollen die Kinderbetreuung, die Friedhofsgebühren, die Bauhof-Gebühren, Obdachlosen-Kosten und Verwaltungsgebühren genauer ins Visier genommen werden.

Während im kommenden Jahr noch knapp 14 Millionen Euro investiert werden können, werde die Investitionssumme in den Jahren danach unter zehn Millionen Euro sinken, prognostizierte Schmutz. „Wir werden kleinere Brötchen backen müssen“, sagte er.

Schwarzmalen wollte auch Kämmerin Rother angesichts der Zahlen nicht. „Dieser ist mein dritter Haushalt – und der erste, der positiv ist. Insofern freue ich mich erst einmal.“ Wegen einer guten Entwicklung bei den Gewerbesteuereinnahmen sei 2025 besser gelaufen als erwartet. „Aber was davon übrig bleibt, ist im Moment nicht abzusehen.“ Auch der Grundstücksverkauf im Neubaugebiet Neustadt-Kurzgewann an die „Oekogeno Vielfalt in Ladenburg eG“ wirkt sich positiv auf den Haushalt aus.

Im neuen Haushaltsjahr ist erst einmal keine weitere Kreditermächtigung vorgesehen. Denn: Es sind noch Mittel vorhanden, die in den Vorjahren aufgenommen wurden, aber etwa wegen eines verlangsamten Baufortschritts in der Dreifeldsporthalle noch nicht zum Einsatz gekommen sind, da die Kosten erst später anfallen.

„Wir sind auf jeden Fall sensibilisiert“, so Schmutz. Darauf hoffen, dass sich kurze Anspannungen wie in den vergangenen Jahren wieder lösen, könne man nicht mehr, sagte er. Dem jetzigen Schuldenstand von 9,65 Millionen Euro stehen 7,4 Millionen Euro Anlage-Gelder bei der Netze-BW-GmbH gegenüber. Das Fazit des Bürgermeisters lautete schließlich: „Unterm Strich eine solide Basis.“

Über diese Basis werden sich die Ratsmitglieder heute Abend zu einem ersten Austausch einfinden. Im kommenden Jahr will der Rat in der Januarsitzung über den Haushalt beraten und in eine Haushaltsklausur gehen, bevor die Verabschiedung des Werks am 11. Februar vorgenommen werden soll.

Haushalt in Zahlen

> Erträge 2026:47,9 Millionen Euro.

> Aufwendungen: 45,6 Millionen Euro.

> Ergebnis: 2,3 Millionen Euro.

> Investitionen:13,76 Millionen Euro.

> Zuschüsse: 4,98 Millionen Euro.

> Kreditaufnahme:null Euro.

> Schulden Januar 26: 9,65 Millionen Euro.

> Schulden pro Kopf: 752 Euro.

> Einwohner am 30.6.25: 12.868 Euro.