Kiel. Die Weihnachtszeit können die 41 Soldaten der „Dillingen“ in ihrem Heimathafen, dem Marinestützpunkt Kiel, verbringen. Das Minenjagdboot befindet sich nach seiner Rückkehr am Mittwoch dort in einer 48-Stunden-Bereitschaft. Zuletzt waren die Soldaten seit Anfang Juli in ständiger Bereitschaft als Teil eines Nato-Einsatzverbandes auf Nord- und Ostsee unterwegs.

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Ihre Manöver umfassten Übungen von „Sandy Beach“ in der Nordsee bis „Freezing Winds“ im Finnischen Meerbusen bei Hanko zwischen Finnland und Estland. Bei eisigen Temperaturen mussten die Crews der Einheiten des ständigen Minenabwehrverbands 1 der Nato nach neuen und auch alten Minen suchen.

Minenjagdboot „Dillingen“ im Nato-Einsatz: Neun Minen gesprengt

„Gerade in den estnischen Gewässern haben wir sehr viele Kontakte gefunden“, berichtet Korvettenkapitän Alexander Stolze. Das zum 3. Minensuchgeschwader in Kiel gehörende Minenjagdboot sei dort besonders erfolgreich gewesen.

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„Sie haben in einem Fall bei einem einzigen Drohneneinsatz vom Seefuchs 16 Kontakte mit einer Akku-Ladung identifiziert“, lobte Geschwaderkommandeurin Inka von Puttkamer bei der Begrüßung im Marinestützpunkt Kiel. „Sie sind wirklich Meister ihres Fachs.“ Insgesamt hat die Crew demnach 419 Kontakte auf den Meeresböden von Nord- und Ostsee identifiziert.

„Meist waren es Ankertau- und Grundminen oder auch Wasser- oder Fliegerbomben“, sagt Kommandant Stolze. „Es war aber auch Metallschrott dabei.“ In neun Fällen gab es die Freigabe zur Sprengung der gefundenen Minen, da sie eine Gefahr für die Schifffahrt darstellten. Geführt wurde der Nato-Verband vom lettischen Commander Janis Auce mit dem Minenleger „Virsaitis“.

Russischer Zerstörer wartete vor Kiel

An Bord seines 54 Meter langen Minenjagdbootes hatte Kommandant Stolze zusätzlich ein Minentaucherteam aus Portugal eingeschifft. Die sonst eher auf die Minensuche in warmen Gefilden spezialisierten Südeuropäer sollen dennoch das Tauchen in der kalten Ostsee genossen haben. „Das hat ihnen wirklich sehr gefallen“, sagt Stolze. „Sie waren zeitweise gar nicht wieder aus dem Wasser herauszubekommen.“

Einen Auftrag gab es aber auf der Heimfahrt der „Dillingen“ von Tallinn nach Kiel noch. Der gerade erst aus Murmansk in die Ostsee verlegte russische Zerstörer „Severomorsk“ hatte vor der deutschen Ostseeküste Position bezogen.

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„Wir haben den Zerstörer in der Mecklenburger Bucht angetroffen und ihn dort auch eine Weile beobachtet“, berichtet Stolze. Der russische Zerstörer sei der „Dillingen“ in der Nacht zum Freitag durch den Fehmarnbelt ein Stück gefolgt. „Es gab aber keine Probleme“, so der Kommandant. „Es war normales Tagesgeschäft für uns.“

KN