Erstmals in Hessen
So ersetzt ein Batteriezug Dieselbahnen
17.12.2025 – 14:27 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein batterieelektrischer Zug vom Typ Siemens Mireo Plus B (Archivbild): Der Bahntyp kommt nun auf der Ländchesbahn zwischen Wiesbaden und Niedernhausen zum Einsatz. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Manuel Kamuf)
Zwischen Wiesbaden und Niedernhausen startet ein einjähriger Testbetrieb. Eine spezielle Zugart soll eine klimafreundliche Alternative zu Dieselbahnen bieten.
Auf der Ländchesbahn zwischen Wiesbaden und Niedernhausen ist erstmals in Hessen ein Batteriezug mit Fahrgästen unterwegs. Seit Dienstag fährt dort der Zugtyp „Mireo Plus B“ von Siemens Mobility im regulären Betrieb. Der Test ist auf ein Jahr angelegt.
Hintergrund ist, dass noch immer viele Strecken im Land nicht elektrifiziert sind. Nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds betrifft das mehr als ein Drittel des hessischen Schienennetzes. Auf solchen Abschnitten kommen bislang meist Dieselzüge zum Einsatz.
Der neue Batteriezug soll hier eine Alternative sein. Er fährt elektrisch, nutzt auf Strecken ohne Oberleitung seine Batterien und lädt dort nach, wo Oberleitungen vorhanden sind – etwa an den Endpunkten in Wiesbaden und Niedernhausen. So kann er abschnittsweise komplett ohne Diesel verkehren.
Finanziert wird der Test aus Mitteln des RMV. Das Fahrzeug ist für den Probebetrieb angemietet. Betreiberin der Linie RB21 ist die Hessische Landesbahn, deren Lokführer für den neuen Zug geschult wurden.
Hessens Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) sieht darin einen Schritt zu klimafreundlicherem Nahverkehr. Der Minister sagte: „Mehr als ein Drittel der Schienenstrecken in Hessen sind nicht elektrifiziert.“ Auch RMV-Geschäftsführer Knut Ringat spricht von einem wichtigen Testlauf. Ab 2030 sollen bei Ausschreibungen für nicht elektrifizierte Strecken keine Dieselzüge mehr vorgesehen sein. Welche Technik zum Einsatz kommt – Batterie, Wasserstoff oder Oberleitung – soll offenbleiben.
Geplant sind pro Richtung vier Fahrten täglich mit dem Batteriezug. Stark nachgefragte Verbindungen werden weiterhin mit gekoppelten Dieselzügen gefahren, um ausreichend Platz zu bieten.
