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Der Winterklassiker flimmert jedes Jahr über die Bildschirme und lässt Kinder und Erwachsene träumen. Seit seiner Premiere 1973 gehört „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ für viele Familien zu Weihnachten wie Plätzchen und Tannenbaum.

Der Film, eine Koproduktion der früheren Tschechoslowakei und der DDR, basiert auf zwei Märchen: dem deutschen „Aschenputtel“ der Gebrüder Grimm und „Über Aschenputtel“ der tschechischen Autorin Božena Němcová. Unter der Regie von Václav Vorlíček wurde daraus ein Kultfilm, der nicht nur in Deutschland, sondern auch in Tschechien, der Slowakei, Norwegen, Österreich und der Schweiz jedes Jahr zur Weihnachtszeit läuft.

Schloss Moritzburg – das Zuhause des Prinzen

Ein ganz besonderer Ort des Märchens liegt laut TRAVELBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) in Sachsen, unweit von Dresden: Schloss Moritzburg. Das Barockschloss mit vier Türmen und 200 Räumen steht auf einer künstlichen Insel und diente im Film als Residenz des Prinzen. Gedreht wurde nur außen, innen blieb die Kamera aus. Dafür verwandeln sich die Räume seit 2009 jeden Winter in eine Ausstellung zum Film.

Dort können Fans bis zum 25. Februar Originalkostüme und liebevoll nachgestellte Szenen aus dem Film bestaunen. Und wer auf der Schlosstreppe steht, sieht einen besonderen Schatz: den Schuh, den Aschenbrödel beim Davonlaufen verliert – verewigt im Stein.

Schloss Moritzburg in Sachsen mit einem überdimensionalen Schuh im Vordergrund

Schloss Moritzburg in Sachsen mit einem überdimensionalen Schuh im Vordergrund

Foto: picture alliance/dpa

Drehorte in Tschechien

Doch auch in Tschechien finden sich märchenhafte Drehorte. Die Burg Švihov war das Zuhause von Aschenbrödel, ihrem Vater, der Stiefmutter und deren Tochter. Sie wurde im 15. Jahrhundert gebaut und ist heute ein Museum. Für den Dreh wurde an der Burg einiges verändert. Auch die nahegelegene Stadt Klatovy war Kulisse.

Weitere Szenen entstanden in den traditionsreichen Filmstudios Barrandov in Prag. Dies ist eines der ältesten und größten Studios Europas. In den 70er- und 80er-Jahren entstanden hier zahlreiche Märchenfilme in Kooperation mit der DDR-Filmgesellschaft DEFA.

Auch der verschneite Böhmerwald wurde zur Kulisse. Hier entstand unter anderem die Szene, in der der Prinz ein Vogelnest herunterschießt und es im Schoß seines Dieners landet.

DEFA-Studios in Babelsberg waren auch dabei

Einige Schlüsselszenen, wie das erste Treffen von Aschenbrödel und dem Prinzen im Ballsaal, wurden im Studio Babelsberg bei Berlin gedreht. Es ist das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt. Die DEFA, die ihren Sitz dort hatte, arbeitete bei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ eng mit Barrandov zusammen. Eigentlich war ein Sommerdreh geplant. Doch weil die DEFA ausgelastet war, wurde im Winter gefilmt und der Film wurde zum verschneiten Weihnachtsklassiker.

Libuše Šafránková verzauberte ein Millionenpublikum

Die Hauptrolle spielte die tschechische Schauspielerin Libuše Šafránková. Für sie war es der Durchbruch. Später spielte sie eine wichtige Rolle im Film „Kolya“ 1997, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Im Juni 2021 starb Šafránková, doch als Aschenbrödel bleibt sie unvergessen.