Paris Torwart Matvey Safonov wird bejubelt für seine gehaltenen Elfmeter

Stand: 17.12.2025 22:10 Uhr

Paris St. Germain hat den FIFA Intercontinental Cup in Katar gewonnen. Im Elfmeterschießen gegen Flamengo Rio de Janeiro wurde PSG-Torwart Matvej Safonov mit vier gehaltenen Bällen zum Helden.


Christian Hornung

Nach der regulären Spielzet und nach 120 Minuten hatte es am Mittwochabend (17.12.2025) 1:1 gestanden. Khvicha Kvaratskhelia hatte in der 38. Minute die verdiente Führung für Paris erzielt, Jorginho glich in der 62. Minute vom Elfmeterpunkt aus. Das Elfmeterschießen ging dann mit 2:1 an Paris.

PSG war von Beginn an überlegen und wäre in der 4. Minute beinahe schon in Führung gegangen. Vitinha hatte einen Freistoß von halbrechts gefühlvoll ins Zentrum geflankt, die Deckung der Brasilianer war kollektiv unpässlich – Joao Neves traf mit seiner Volleyabnahme aber nur das linke Außennetz.

Slapstick-Aktion – aber Herr Rossi ist im Glück

PSG blieb danach voll auf dem Gaspedal und hätte in der 9. Minute beinahe von einer Slapstick-Aktion des Flamengo-Keepers profitiert. Agustín Rossi wollte einen Eckball verhindern und hielt die Kugel artistisch im Spiel – beförderte sie aber direkt zu Neves, der zum vermeintlichen 1:0 von Fabián Ruiz auflegte. Das große Glück von Rossi: Nach VAR-Intervention fiel auf, dass der Ball vor seiner Pennenaktion bereits minimal die Torauslinie überschritten hatte, das Spiel wurde daraufhin mit Eckball fortgesetzt.

Offensiv kam von Rio wenig. Nach knapp 20 Minuten prüfte Erick Pulgar nach Pass von Bruno Henrique mal PSG-Keeper Matvey Safonov, ansonsten fielen die Südamerikaner meist durch überharte Zweikampfführung auf.

Kvaratskhelia rechnet mit dem Torwartfehler

Paris schlug spielerisch weiter die feinere Klinge und wurde sieben Minuten vor der Pause belohnt. Wieder sah Rossi dabei miserabel aus, diesmal griff er bei einem harmlosen Querpass von Desiré Doué voll daneben und servierte dadurch Kvaratskhelia am zweiten Pfosten das Führungstor. Der Georgier hatte mit dem Fehler offenbar schon gerechnet und war deshalb perfekt zum Abstauben postiert.

Erst danach wurde auch Flamengo auch mal richtig gefährlich. Nach einer Ecke von Giorgian de Arrascaeta kam Pulgar völlig frei zum Kopfball, verfehlte aber knapp den rechten Winkel.

Elfmeter nach VAR-Intervention

Nach der Pause machte zunächst Paris wieder Druck, verpasste es aber, durch Joao Neves (51.) den zweiten Treffer nachzulegen. Nach knapp einer Stunde riskierte Rio mehr, Coach Filipe Luís wechselte offensiv und wurde sofort belohnt. Bei einem Solo von de Arrascaeta ließ sich Marquinos ausmanövrieren und stellte dem Uruguayer ein Bein. Schiedsrichter Ismail Elfath ließ zunächst weiterspielen, musste sich aber an den Videoschirm beordern lassen und seine Entscheidung korrigieren: Ex-Arsenal- und Chelsea-Star Jorginho verwandelte den Strafstoß, natürlich auch wieder mit seinem obligatorischen Hüpfer beim Anlauf.

Paris war gefordert, und der Welt-Trainer des Jahres brachte den Weltfußballer des Jahres: Luis Enrique wechselte für die Schlussviertelstunde Ousmane Dembélé ein. In der 81. Minute hätte sich das beinahe rentiert: Dembélé und anschließend Mendes wurden aber kurz vor der Linie noch geblockt. In der Schlussphase der regulären Spielzeit hatte aber auch Flamengo plötzlich die Chance zum Siegtreffer: Erst vergab Pedro nach einem Konter aber zu überhastet, dann lupfte Gonzalo Plata den Ball über die Latte. Nachdem in der 95. Minute mal wieder Rossi wild durch seinen Strafraum irrte, hatte Marquinhos die Riesenchance – schoss sich aber drei Meter vor dem Tor den Ball ans eigene Bein.

Vier PSG-Chancen in der Verlängerung – dann glänzt Saforov

In der Verlängerung war dann auf beiden Seiten Fehlervermeidung das Thema, der eingewechselte Quentin Ndjantou hatte mit einem 20-Meter-Kracher knapp neben den linken Pfosten noch die beste Chance. Als Dembélé, Bradley Barcola und noch einmal Mendes in den letzten fünf Minuten weitere Möglichkeiten vergaben, rettete sich Rio ins Elfmeterschießen.

Da scheiterten dann nacheinander Saul Niguez, Pedro, Leo Pereira und Luiz Araujo für Flamengo jeweils am überragenden Safonov. Bei PSG jagte zwar Weltfußballer Dembélé den Ball meterweit über die Latte und auch Barcola verschoss – das fiel aber am Ende nicht mehr ins Gewicht.

Flamengo immerhin schon zweimal FIFA-Champion

Kleiner Trost für die Brasilianer: Flamengo hatte im Rahmen dieser etwas schwierig zu durchschauenden Flut an Titeln und Siegerehrungen in Katar bereits das sogenannte FIFA Amerika-Derby mit 2:1 gegen Cruz Azul aus Mexiko gewonnen und anschließend gleich nochmal abgesahnt: Auch der FIFA Challenger Cup ging an den Klub aus Brasilien, in diesem Finale wurden der Pyramids FC aus Ägypten mit 2:0 bezwungen.