Der Angeklagte im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt ist für nicht verhandlungsfähig erklärt worden. Der Anstaltsarzt des Gefängnisses in Burg, in dem sich der 51-jährige Verdächtige derzeit befindet, habe einen sich täglich verschlechternden Gesundheitszustand bei dem Mann festgestellt. Richter Dirk Sternberg am Landgericht Magdeburg sagte, der Angeklagte befände sich im Hunger- und Durststreik.
Taleb A. sei auf 47,6 Kilogramm abgemagert und könnte ein akutes Nierenversagen erleiden, teilte das Landgericht mit. Laut medizinischem Sachverständigen im Gerichtssaal muss der Mann dauerhaft medizinisch überwacht werden.
Fortgang der Verhandlungen könnte ohne A. stattfinden
Am Landgericht starteten die Beratungen darüber, wie die Verhandlungen fortgeführt werden könnten. Laut dem Richter stehe im Raum, ohne den Angeklagten fortzufahren, da er die Verhandlungsunfähigkeit absichtlich verursacht habe.
Taleb A. gab bereits am zweiten Verhandlungstag im November an, keine körperlichen Schäden zu erwarten. Der Mann ist Arzt und hatte im Maßregelvollzug Bernburg gearbeitet, wo er als Psychiater mit psychisch kranken Straftätern zu tun hatte.
Anschlag, um Aufmerksamkeit zu erreichen
Am 20. Dezember 2024 war der Angeklagte aus Saudi-Arabien mit einem gemieteten SUV in eine Menschenmenge am Magdeburger Weihnachtsmarkt gefahren. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Der Angeklagte hat die Tat gestanden.
In ausufernden Aussagen am ersten und zweiten Verhandlungstag schilderte der Angeklagte seine Motivation und am Rande die Planung des Anschlags. Darin inszenierte er sich als Kritiker des saudi-arabischen Regimes und äußerte großen Frust über die deutschen Behörden.
Magdeburg
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Attentäter von Magdeburg:
Er macht den Gerichtssaal zu seiner Bühne
Oliver Ruhnert:
Der freundliche Wutbürger
Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt:
Magdeburger Weihnachtsmarkt mit höheren Sicherheitsmaßnahmen eröffnet