Richtige Winter-Stimmung kommt bei der Wetterlage zurzeit bei den meisten wohl nicht auf. Mit Temperaturen im teilweise zweistelligen Bereich legt der Winter in Niedersachsen einen milden Start hin – und das hat auch überraschende Auswirkungen auf den Weihnachtsmarkt-Besuch in Braunschweig.

Eine Bilanz der ersten Wochen zeigt deutlich: auch wenn das Wetter vielleicht nicht ganz an einen Bilderbuch-Winter erinnert, zieht der Weihnachtsmarkt bisher schon einige Besucher an.

Mild-Dezember in Braunschweig sorgt für Besucher-Boom

Um herauszufinden, wie viele Menschen auf einem Fleck unterwegs sind, setzt die Stadt spezielle Lasergeräte ein. Seit Ende September 2016 erfasst die Stadt Braunschweig so schon an sechs Standorten in der Innenstadt die Frequenzen digital. „Mit der (…) Technik lassen sich rund um die Uhr nahezu echtzeitbasierte Daten erfassen“, erklärt eine Sprecherin der Stadt Braunschweig gegenüber News38.

Darüber hinaus erfasst die Stadt seit letztem Jahr Besuche auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt mit der Technik Ariadne. „23 Messgeräte sind auf die vier Messbereiche Burgplatz, Domplatz, Platz der Deutschen Einheit und Ruhfäutchenplatz verteilt und erfassen passive Mobilfunksignale von Smartphones. So können Besucherinnen und Besucher mit Smartphone anonymisiert gezählt werden“, erklärt die Sprecherin. Wenn jemand den Bereich für mehr als 20 Minuten verlässt und dann wiederkommt, wird er noch einmal gezählt – daher handelt es sich bei den Messungen in der Gesamtzahl um Besuche und nicht um die Anzahl der Besucher.

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Diese Messungen dienen unter anderem dazu, um am Jahresende zu sehen, wie der Weihnachtsmarkt im Vergleich zum Vorjahr gelaufen ist. Gleichzeitig lassen sich daraus Rückschlüsse auf den Einfluss des Wetters auf das Besucherverhalten ziehen. So würde ein Vergleich der Besucherfrequenzen etwa deutlich machen, dass an Regentagen weniger Bewegungen erfasst werden als an trockenen Tagen.

„Fast dreimal so viele Besucherinnen und Besucher“

Eigentlich würden kühlere Temperaturen die bessere Grundlage für einen Weihnachtsmarkt-Besuch bieten; viele Besucher würden es laut Sprecherin aber auch schätzen, wenn es etwas wärmer ist. Das zeigt sich auch in einer Auswertung der Besucher-Frequenzen in den ersten Adventswochen. „Schon am Eröffnungstag konnten wir, vermutlich auch aufgrund besseren Wetters, fast dreimal so viele Besucherinnen und Besucher zählen wie im vergangenen Jahr“, sagt die Sprecherin. Und auch die nächsten Tage schienen gut zu laufen: „Die Frequenzen erreichten in der Woche vor dem zweiten Advent ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr“, heißt es in einer Mitteilung von 7. Dezember. Mit insgesamt 806.411 Besucherbewegungen hat die Technik 15 Prozent mehr als in der Vergleichswoche 2024 erfasst. Eine wirklich überraschende Bilanz, wenn man mal auf die frühlingshafte Wetterlage schaut.

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Dass es draußen kaum winterlich wirkt, scheint die Braunschweiger nicht zu stören. Im Gegenteil – viele nutzen die Phase offenbar, um gemütlich über den Weihnachtsmarkt zu schlendern. Das ist aber wohl eher den regenlosen Tagen, als dem milden Wetter zu verschulden. Denn wie die Sprecherin erklärt: „Tatsächlich hat das Wetter natürlich einen Einfluss auf das Besuchs- und Kaufverhalten auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt, allerdings spielt beispielsweise Regen eine größere Rolle dabei als milde Temperaturen.“