Ein Defizit von 33,2 Millionen Euro: Am Donnerstagabend hat die Stadt Gladbeck den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 in den Rat eingebracht. Und in den Ausführungen von Bürgermeisterin Bettina Weist und Kämmerin Stefanie Neumann wurde deutlich: Die finanzielle Lage der Stadt bleibt äußerst angespannt.
Die Zahlen hinter dieser einen „Großen“ im Hintergrund: Der Haushaltsentwurf 2026 weist Aufwendungen von 388,7 Millionen Euro und Erträge von 355,5 Millionen Euro aus. Daraus ergibt sich der besagte Fehlbetrag von 33,2 Millionen Euro. Die Gesamtverschuldung der Stadt steigt damit weiter an: Zum Jahresende 2025 werden rund 220 Millionen Euro Liquiditätskredite und etwa 146 Millionen Euro Investitionskredite erwartet – zusammen rund 366 Millionen Euro.
Ein Hauptgrund für das Defizit ist laut Stadt die schlechte Finanzausstattung der Kommunen
Als Hauptgründe für das negative Haushaltsergebnis nannten Bürgermeisterin und Kämmerin die „jahrzehntelange kommunale Unterfinanzierung“, stark steigende Sozialausgaben, wachsende Personalkosten sowie die stetig zunehmende Anzahl an Pflichtaufgaben, auf die die Stadt kaum Einfluss habe. Hinzu kämen dynamisch steigende Kosten in der Jugendhilfe und der Kindertagesbetreuung.
Wir investieren weiter, auch wenn unsere finanziellen Möglichkeiten längst überschritten sind
Bettina Weist, Bürgermeisterin von Gladbeck
„Allein für Aufgaben, die eigentlich von Bund und Land zu finanzieren wären, hat Gladbeck zwischen 2008 und 2022 rund 572 Millionen Euro aufgebracht“, rechnete die Bürgermeisterin vor. Mit Blick auf die angekündigte Altschuldenhilfe des Landes ergänzte Neumann: „Wir rechnen mit einer Entlastung der Liquiditätskredite von rund 63 Millionen Euro. Das ist ein wichtiger Schritt, ersetzt aber keine dauerhaft auskömmliche Finanzausstattung.
Welche Investitionen dennoch in der Stadt Gladbeck geplant sind
Trotz der angespannten Finanzsituation plant die Stadt im Jahr 2026 Investitionen in Höhe von 56,6 Millionen Euro. Schwerpunkte sind:
- 9,7 Mio. Euro für Kitas und Schulen, unter anderem für Schulerweiterungen, Schulhöfe und Kita-Sanierungen
- 8,5 Mio. Euro für Straßen, Brücken sowie Geh- und Radwege
- 3,6 Mio. Euro für die Sportinfrastruktur, etwa für die Sportanlage Burgstraße und ein neues Kleinspielfeld am Weusters Weg
- weitere Mittel für Sicherheit und soziale Infrastruktur
„Wir investieren weiter, auch wenn unsere finanziellen Möglichkeiten längst überschritten sind. Wir machen Gladbeck Tag für Tag zu einem Ort, an dem Menschen sich zu Hause fühlen“, so die Vision der Bürgermeisterin. Dabei wolle die Stadt bewusst Prioritäten setzen. Das sei zuletzt durch die Verschiebung der Umbaupläne für den Willy-Brandt-Platz bewiesen worden.
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Investitionen sollen laut Stadt dort konzentriert werden, wo sie für die Bürgerinnen und Bürger den größten Nutzen haben. „Man sieht es an allen Ecken: Gladbeck ist eine arme, hochverschuldete Stadt. Wie in vielen Kommunen im Ruhrgebiet fehlt hier Geld für das Allernötigste“, zitiert Weist ein Statement, mit dem Anfang Dezember ein ZDF-Beitrag über Gladbeck angekündigt wurde.
Abschließende Entscheidung über den Haushalt am 11. Februar 2026
Mit Blick auf die anstehenden Haushaltsberatungen richtete Bürgermeisterin Weist einen Appell an die demokratischen Fraktionen im Rat: „Wir tragen als gewählte Vertreterinnen und Vertreter gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt, für die Menschen und für das Vertrauen in die Demokratie. Lassen Sie uns diese Verantwortung in den kommenden Haushaltsberatungen gemeinsam wahrnehmen.“
Mit der Einbringung des Haushaltsentwurfs starten nun die Beratungen in den Fraktionen und Fachausschüssen. Die abschließende Entscheidung über den Haushalt der Stadt Gladbeck ist für den 11. Februar 2026 vorgesehen.
