Im Landtag hatte der sonst so heitere Ministerpräsident zuletzt ungewöhnlich ernst gewirkt. „Es sind herausfordernde Zeiten“, sagte Daniel Günther (52, CDU) jetzt im großen Interview vor Weihnachten. „Ich glaube schon, dass die Menschen zu Recht seriöse, ernsthafte Politik erwarten.“ Lebensfreude, Zuversicht und Fröhlichkeit dürften trotzdem nicht zu kurz kommen.
Geht es allerdings um Northvolt beziehungsweise den US-amerikanischen Nachfolger, hat die Landesregierung wenig Grund zum Scherzen. Eigentlich hatte Lyten bis Jahresende informieren wollen, welche Pläne man in Heide verfolgt. Das ist bisher nicht erfolgt. Nein, er wisse auch nicht mehr, räumte Günther ein. „Wir sind nicht in der Planwirtschaft, sondern haben es mit einem Unternehmen zu tun, das selbst Entscheidungen trifft.“
Batterieproduktion in Europa sei wichtig und der Weg nach wie vor richtig: Schleswig-Holstein sei das Land der erneuerbaren Energien, „und wir wollen klimaneutrales Industrieland werden“, zitierte Günther das Motto seiner schwarz-grünen Koalition. „Deshalb müssen wir die Vorteile, die durch erneuerbare Energien in unserem Land entstehen, auch nutzen. Das Interesse von Lyten zeigt das Potenzial.“