Die Feuerwehreinsatzzentrale des Landkreises München erhält eine technische Rundum-Erneuerung. Der Landkreis schafft für gut drei Millionen Euro neue Hard- und Software an. Der Umbau soll 2026 erfolgen, um für die nächsten Jahre die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Mit der neuen Technik soll auch eine Kommunikation mit den übrigen Notruf-Einheiten in Bayern sichergestellt sein. Die Umstellung auf moderneren Standard sei im gesamten Freistaat erforderlich, erläuterte jüngst Michael Meyr, Leiter der Feuerwehreinsatzzentrale, im Kreisausschuss des Kreistags. Dort gab es kritische Nachfragen, weil unter anderem Stefan Schelle (CSU) die Millionensumme beachtlich vorkam.

Dass jetzt so viel Geld ausgegeben werden muss, hat mit einer Panne in der Vergangenheit zu tun. Das bayerische Innenministerium hatte Anfang 2022 eine Ausschreibung für eine neue Technik für alle vergleichbaren Leitstellen im Freistaat lanciert. Es erging ein Zuschlag an einen Anbieter und damit schien der Weg für eine relativ günstige flächendeckende Lösung frei, über eine Landeslizenz sollte auch die Software in den jeweiligen Leitstellen zu nutzen sein.

Doch weil die Firma laut Angaben des Landratsamts sich außerstande sah, die erwarteten Leistungen anzubieten, sei das Verfahren abgebrochen worden. „Somit stehen alle Leitstellen in Bayern vor der Situation, nun dringendst einen Hardwaretausch durchzuführen, um die Einsatzfähigkeit weiter gewährleisten zu können. Viele Komponenten haben das Ende ihrer Lebenszeit erreicht.“

Demnach besteht jetzt Zeitdruck zu handeln, wie Einsatzstellen-Leiter Meyr erläuterte. Für den Tausch der Hardware komme nur die Firma Eurofunk Kappacher infrage, weil deren Software zunächst weiter genutzt werden solle. Ein großes Software-Update sei für Ende 2026 vorgesehen. Allein dieses Unternehmen biete den notwendigen 24-Stunden-Service an. Wie vor zwei Jahren geplant, solle auch die Medientechnik erneuert werden. Ein Abbau und eine Entsorgung vorhandener Hardware sei notwendig. Außerdem sollten kleine Renovierungsarbeiten in der Leitstelle vorgenommen werden. Statt 2,1 Millionen Euro soll das ganze Projekt jetzt gut drei Millionen Euro kosten.

Oberhachings Bürgermeister und Kreisrat Schelle sprach von einem „sehr heftigen Posten“ und fragte nach, ob sichergestellt sei, dass nicht in zwei, drei Jahren neue Kosten für weitere Updates anfallen würden: „Wie zukunftssicher ist das?“ Leitstellen-Leiter Michael Meyr betonte die Notwendigkeit des Umbaus, die Technik sei „zum Teil 17 Jahre alt“. Selbst Kabel müssten ausgewechselt werden. „Das ist ein kompletter Hardwaretausch.“ Auf die Nachfrage von Markus Büchler (Grüne), ob die neue Technik auch mehr könne, bestätigt Meyr, dass diese schneller, sicherer und zuverlässiger sein werde. „Neue Software kann auch mehr.“