Soldaten besprechen sich in einem Wald.

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Stand: 19.12.2025 18:02 Uhr

Der neue Wehrdienst ist beschlossen. Wer nächstes Jahr 18 wird, bekommt Post und muss sich mit der Frage auseinandersetzen: Bin ich bereit, Wehrdienst zu leisten? Grundlage ist ein digitaler Fragebogen, der nun vorliegt.


Gabor Halasz

Wann geht es los, und wer bekommt den Fragebogen?

Etwa Mitte Januar dürften die ersten Briefe eintrudeln bei denen, die kommendes Jahr 18 werden, also im Jahr 2008 geboren sind. Das Verfahren läuft erstmal über die Post, denn der Staat hat die Meldeadressen, aber nicht die Mailadressen. In dem Brief ist dann aber ein QR-Code abgedruckt, und der führt zum Fragebogen. Von da an läuft alles digital, zum Beispiel über das Handy.

In dem Brief steht auch klar: Der Wehrdienst ist freiwillig und es ist auch möglich, sich zivil zu engagieren.

Was wird im Fragebogen gefragt?

Name und Anschrift hat der Staat, das ist also schon ausgefüllt. Dann muss jeder seine Mailadresse angeben. Dann geht es um den Stand der Schulbildung und die Frage, ob bereits eine Berufsausbildung absolviert wurde. Und auch nach dem Führerschein wird gefragt. Körpergröße, Gewicht und natürlich die körperliche Fitness sind ebenfalls ein Thema.

Das Wichtigste ist aber die Frage nach dem Interesse an der Bundeswehr. Da müssen sich die jungen Männer oder Frauen auf einer Skala zwischen 0 (gar kein Interesse) und 10 (großes Interesse) einordnen.

Muss ich den Fragebogen ausfüllen?

Für Frauen ist es freiwillig – für Männer nicht. Wenn junge Männer den Fragebogen nicht ausfüllen, werden sie erinnert. Am Ende droht auch ein Bußgeld. Denn den Fragebogen nicht auszufüllen, gilt als eine Ordnungswidrigkeit.

Ebenso gravierend ist es, falsche Angaben zu machen. Also zum Beispiel – so hat es das Verteidigungsministerium erklärt – anzugeben, ich bin 1, 60 Meter groß und wiege 200 Kilogramm, und dann kommt bei der Musterung raus: Das stimmt gar nicht.

Ich habe den Fragebogen ausgefüllt. Wie geht es dann weiter?

Der Wehrdienst ist freiwillig. Jeder und jede kann also auch sagen: Ich habe kein Interesse. Und dann passiert auch erstmal nichts weiter. Es ist auch gut möglich, dass die Bundeswehr am Anfang gar nicht alle einladen kann. Dann wird erstmal vorsortiert.

Wer also im Fragebogen beim Interesse eine 10 ausgewählt hat und lange bleiben will, wird wahrscheinlich schneller eingeladen. Am Anfang steht dann eine Musterung. Das darf man sich aber nicht mehr so vorstellen wie früher. Die Kreiswehrersatzämter lagen ja oft weit draußen und wirkten wie eine Kaserne. In Zukunft soll es 38 Musterungszentren geben. Diese sollen möglichst gut erreichbar sein und zum Beispiel in Innenstädten liegen. Da soll dann auch noch einmal für den Wehrdienst geworben werden.