Tierärzte der Armee unterstützen bei den Impfungen

Frankreich hat 400.000 Impfstoffdosen aus den Niederlanden bezogen, um seinen Bestand von 500.000 Dosen aufzustocken. Ein Militärtransportflugzeug lieferte die zusätzlichen Impfdosen an eine Militärbasis in Toulouse. Die Regierung zieht zudem mehrere Dutzend Tierärzte aus der Armee hinzu, um bei den Impfungen in Südfrankreich zu unterstützen – darunter in der abgeschiedenen Region Ariège, wo es nur wenige zivile Tierärzte gibt. Innerhalb eines Monats soll das Impfprogramm abgeschlossen sein.

Tötung ganzer Rinderbestände löste massive Proteste aus

Bei LSD handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung bei Rindern. Die Ausbreitung der Krankheit im Land hat die Unzufriedenheit der französischen Landwirte über den ihrer Meinung nach langfristigen Rückgang der französischen Landwirtschaft durch Konkurrenz aus dem Ausland und exzessive Reglementierung erneut angefacht. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, fordert die französische Regierung infolge eines ersten Virusnachweises das Töten kompletter Rinderbestände. Das hatte bei den französischen Landwirten für Wut und Proteste gesorgt. Einige Verbände kritisieren, die Keulung ganzer Herden zerstöre die Lebensgrundlage der Landwirte. Das heizte den Groll der Landwirte zusätzlich an, der auch in Zusammenhang mit dem geplanten Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten ohnehin schon bestand.

Schnelle Impfkampagne soll Proteste beenden

Französische Landwirte schlossen sich am 18. Dezember ihren europäischen Kollegen bei den Protesten in Brüssel an. Gemeinsam forderten sie die Staats- und Regierungschefs der EU auf, das Mercosur-Abkommen nicht zu genehmigen. Die französische Regierung will nun die Impfungen beschleunigen, um die Krise zu bewältigen und Störungen an den Feiertagen zum Jahresende zu vermeiden. Auch Präsident Emmanuel Macron reagierte, indem er sein Versprechen bekräftigte, dass er ein Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten nur zulassen werde, wenn die Maßnahmen zum Schutz der europäischen Landwirte verstärkt werden.

Mit Material von: Reuters