
Keiner ist so schnell wie die Schweizer im Ski-Alpin-Weltcup der Männer. Doch auf der Saslong in Gröden am Samstag triumphieren die Eidgenossen in veränderter Reihenfolge: Franjo von Allmen schlägt den Dominator Marco Odermatt, der sich in der Abfahrt erstmals in dieser Saison mit Rang zwei begnügen muss.
Die Saslong in Gröden ist mit ihren insgesamt mehr als drei Kilometern Länge und 839 Höhenmetern eine der anspruchsvollsten Skipisten der Welt. Da verwunderte es am Samstagnachmittag wenig, dass sich wieder einmal die talentiertesten Abfahrer der Welt ganz vorne platzierten.
Und doch verwunderte dann ihre Reihenfolge: Denn erstmals in dieser Saison in der Abfahrt musste der Schweizer Ski-Alpin-Dominator Marco Odermatt den Stuhl des Führenden im Ziel räumen: Sein Landsmann Franjo von Allmen direkt nach ihm erreichte den Zielstrich 0,30 Sekunden schneller als Odermatt. Der Italiener Florian Schieder belegte Rang drei (+0,98 Sekunden).
Von Allmen revanchiert sich gegen Donnerstags-Sieger Odermatt
Am Donnerstag bei der ersten Abfahrt in den Dolomiten war Odermatt noch der Schnellste, eben vor von Allmen, nun revanchierte sich dieser. Auch, weil er die Schlüsselstelle besser absolvierte: „Einfahrt Ciaslat, das hat nicht gepasst“, sagte Odermatt im ZDF. „Man kam wirklich schneller nach den Kamelbuckeln in diesen Zwischenteil. Auch wenn man es von der Zeit dann nicht so sieht: Den Streckenabschnitt hätte ich schneller fahren können.“
Der große Unterschied war am Samstag im Gegensatz zu den Vortagen tatsächlich, dass die Piste deutlich schneller war – und so wurden besonders Odermatts und von Allmens Wege plötzlich weiter, waren aber noch schneller. Von Allmen hatte mit seinem Erfolg auch seinen Sturz beim Super-G am Freitag gut abgeschüttelt.
Bei der Hälfte der Starter entwickelt sich ein neues Rennen in Gröden
Doch bis die zwei so starken Schweizer am Ende über ihren Tageserfolg jubeln konnten, dauerte es Gröden-typisch doch bis in den Nachmittag hinein Schließlich verbessern sich die Bedingungen am so geschichtsträchtigen Hang in Südtirol von Läufer zu Läufer immer mehr, wenn die Sonne den Berg nach und nach übersichtlicher macht.
So entwickelte sich wie so oft ein zweites Rennen: Adrien Theaux, der 28. Starter, war der Erste, der ob des besseren Lichtes in die Top Ten hineinfahren konnte. Zur Mitte der Abfahrt wurde es also noch einmal spannend, weil direkt nach Theaux auch Elian Lehto auf den neunten Zwischenrang fuhr.
Jocher sorgt für stärkstes deutsches Saison-Ergebnis in der Abfahrt
Wenig später schaffte es der Schweizer Alessia Miggiano mit der Nummer 43 gar auf den fünften Platz. Die weiteren Fahrer – darunter auch die fünf deutschen Starter – konnten jedoch nicht mehr derart viel Kapital aus der Strecke schlagen.
Trotzdem sorgte Simon Jocher als achtbarer 14. für das beste deutsche Abfahrtsergebnis in diesem Winter. „Ich hatte nichts zu verlieren, war deshalb echt entspannt“, sagte er. „Mit der Sonne in der Ciaslat hat man schon einen leichten Vorteil und das habe ich ausgenutzt.“ Auch Luis Vogt sammelte Punkte. Dennoch blieb es beim Schweizer Feiertag in den Dolomiten.