– Ein Schicksalsschlag verändert alles: Nach einer Hirnblutung stirbt eine Mutter aus Nürnberg kurz nach der Geburt ihrer Tochter. Nun kämpft der Vater allein für seine zwei kleinen Kinder.
Er schlägt sich wirklich tapfer. Aber die kleine Welt von Dimitri ist eine andere als noch vor vier Monaten. Denn im Spätsommer brachte ein Schicksalsschlag alles ins Wanken, was sein Leben bis dahin ausgemacht hatte. Dabei hatte alles nach einer halbwegs glücklichen Zukunft ausgesehen: Mit seiner Frau und einem ersten Kind hatte er gut Fuß gefasst, sein Job in einem Logistikbetrieb war zwar mit viel Schichtdienst verbunden, sicherte aber das Auskommen. Und nun freute sich das in Nürnberg lebende Paar noch einmal auf Nachwuchs, für November wurde die Geburt einer Tochter erwartet.
Doch das Baby musste viel früher das Licht erblicken als geplant – notgedrungen und vor allem unter höchst dramatischen Umständen. Denn die Mutter hatte, urplötzlich und ohne das leiseste Vorzeichen, ein Aneurysma im Gehirn erlitten. Das zwang zu einer umgehenden Operation. Doch mitten in der fortgeschrittenen Schwangerschaft konnten und wollten die Ärzte den Eingriff nicht wagen. Ein Kaiserschnitt war unausweichlich – und die kleine Elena (Name des Kindes wie des Vaters geändert) musste einige Wochen im Brutkasten versorgt werden.
Zum Glück entwickelte sich das Frühgeborene gut und ist, soweit erkennbar, kerngesund. Aber: Das Leben der Mutter konnten die Mediziner nicht retten, die 37-Jährige starb wenige Tage nach der Entbindung von der Tochter. So war Dimitri im Handumdrehen als Vater von einem Kleinkind und einem Neugeborenen nahezu komplett auf sich allein gestellt. Bei der Versorgung des älteren Kindes half noch eine vertraute Nachbarin aus. Aber seit Elena aus der Klinik entlassen wurde, ist er als alleinerziehender Vater rund um die Uhr gefordert.
Mutter aus Nürnberg stirbt wenige Tage nach der Entbindung
Statt zur Arbeit zu fahren, heißt es für ihn nun: Fläschchen kochen, Windeln wechseln, viele Arzttermine – das volle Programm, wie es auch viele alleinerziehende Mütter kennen. Auch nachts kommt er oft kaum zur Ruhe. Denn der plötzliche Verlust der Ehefrau hat etwas Traumatisches, für Dimitri und noch mehr für das Erstgeborene. Gerade in den Phasen zwischen Wachen und Schlafen ruft es das Zweijährige oft herzergreifend nach seiner Mama – und Dimitri, meist mit dem Frühchen auf dem Arm, muss alle Kraft und Geduld aufbringen, beide Kleine zu beruhigen.
„Ich gebe alles für meine Kinder“, versichert er, „ich will ihnen eine möglichst verlässliche und vertraute Umgebung bieten, Rituale helfen sehr“. Unterstützung erhielt Dimitri W. von den Fachkräften des Vereins Klabautermann: Eine Kinderkrankenschwester vermittelte ihm, wie er sich am besten um das Neugeborene kümmert und worauf es zu achten gilt. Eine Sozialpädagogin unterstützte ihn daneben bei allen möglichen Ämterkontakten; so gelang es, für das ältere Kind kurzfristig einen Krippenplatz zu organisieren.
Nun will „Freude für alle“ für etwas Entlastung sorgen, wenn demnächst das Krankengeld ausläuft. Denn an eine Rückkehr in den Job ist auf unabsehbare Zeit nicht zu denken. Und allein die Ausgaben für die Bestattung der Frau und Mutter samt Transportkosten zum früheren Heimatort werden ihn noch länger ziemlich belasten. Zugleich steht das Schicksal des Vaters beispielhaft für noch weitere Familien, die vom „Klabautermann“ betreut werden und Unterstützung aus der VNP-Aktion erhalten sollen.