Felix Hoffmann in Engelberg in der Luft

Stand: 20.12.2025 18:25 Uhr

Felix Hoffmann und die Gross-Titlis-Schanze – das passt einfach. Der 28-jährige Thüringer flog am Samstag (20. Dezember 2025) beim Weltcup in Engelberg auf den zweiten Platz hinter Skisprung-Dominator Domen Prevc.

Die Topplatzierung des Deutschen lag schon Tage vorher in der Luft. Felix Hoffmann hatte jedes Training und die Qualifikation am Freitag dominiert, im Wettkampf war dann nur der slowenische Weltcup-Gesamtspitzenreiter Domen Prevc knapp um 3,8 Punkte besser. Hoffmann feierte damit sein bestes Karriere-Ergebnis.

Nach 138 Metern lag der 28-jährige Spätstarter nach dem ersten Durchgang als Vierter in Lauerposition. Im Finale setzte er seine Konkurrenten mit einem Prachtsprung auf 141 Meter gehörig unter Druck. Prevc konterte (142 m), der Japaner Ren Nikaido (129 m) fiel auf den dritten Platz zurück. Der Halbzeit-Führende Ryoyu Kobayashi (131 m) hatte Riesenpech mit dem Wind, musste vor seinem Sprung lange warten und kegelte noch aus den Top drei heraus.

Nur zwei Deutsche haben Top-Niveau

Neben Hoffmann überzeugte auch Philipp Raimund. Der zweite deutsche Aufsteiger vom SC Oberstdorf überzeugte bei schwierigen Bedingungen mit 138 und 135 Metern als Vierter und war damit überglücklich: „Ich weiß gerade, was ich tun muss. Das ist eine schöne Situation. Das muss ich schätzen.“

Hinter den beiden deutschen Topspringern klafft kurz vor Beginn der Vierschanzentournee eine große Lücke. Ein Glück, dass es bei der prestigeträchtigen Tournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen keinen Teamwettbewerb gibt.

Doch mit Blick auf die Olympischen Spiele im Februar braucht Deutschland vier verlässliche DSV-Adler, wenn es im Teamspringen mit einer Medaille klappen soll.

Paschke macht Schritt nach vorn

Vor zwei Jahren versetzte Pius Paschke die Skisprung-Welt in Engelberg mit seinem Sieg ins Staunen. Mit 33 Jahren war er plötzlich Weltspitze und der Sieg in der Schweiz keine Eintagsfliege. Von derartigen Höhenflügen ist der Routinier vom WSV Kiefersfelden aktuell weit entfernt. 123 Meter im ersten Durchgang reichten zwar für den zweiten Durchgang, aber nicht für einen Topplatz. Mit 130 Metern im Finale steigerte sich der 35-Jährige und beendete das Springen auf einen versöhnlichen 15. Platz.

Wenn ein 17. Platz Gold wert ist…

Der Deutsche Skiverband kann die Ausfälle mit Springern aus der zweiten Liga nicht kompensieren. Dass hinter der A-Mannschaft eine große Lücke klafft, zeigt die Nominierung von Youngster Ben Bayer. Der 21-Jährige rückte für Wellinger (Wettkampfpause) nach. Dafür reichte ein 17. Platz im zweitklassigem Kontinentalwettbewerb. Bayer war damit bester Deutscher und bekam das Weltcup-Ticket. Von der Nominierung erfuhr der Youngster letzten Sonntag noch in Ruka.

Ben Bayer feierte in Engelberg sein Weltcup-Debüt.

Seine Weltcuppremiere sei „aufregend“ gewesen, erzählt Bayer, der die Qualifikationshürde erfolgreich gemeistert hatte. Sein erstes Weltcupsspringen beendete er als 38. – 127 Meter reichten nicht für das Finale. „Ich bin froh und stolz über mein Weltcup-Debüt. Fürs Erste war es ganz okay“, sagte er nach seinem ersten Auftritt im Konzert der Großen.

Wellinger und Geiger kehren in Oberstdorf zurück

Die eigentlichen Hoffnungsträger Andreas Wellinger und Karl Geiger sind zuletzt abgestürzt und fehlten in Engelberg. Statt um Weltcuppunkte zu springen, sollen die beiden Routiniers im Training die Form wiederfinden. Zum Start der Vierschanzentournee sind Wellinger und Geiger aber definitiv dabei, sagte Stefan Horngacher am Samstag.