Göttingen. Die BG Göttingen hat ihre dritte Saisonniederlage kassiert. Das Heimspiel gegen die Nürnberg Falcons ging mit 78:91 (42:51) verloren. Die Niederlage hatte sich die BG letztlich zum größten Teil selbst zuzuschreiben.

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„Nürnberg hat smarter gespielt und verdient gewonnen“, fasste BG-Coach Fabian Strauß zusammen. „Wir haben nie richtig ins spiel gefunden. Das war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten“, fügte er hinzu und traf damit genau ins Schwarze. Denn es klappte nicht viel bei der BG an diesem Samstagabend. Fahrig in der Offensive agierten die Hausherren, in der Verteidigung klafften zudem große Lücken. Diese nutzten die Nürnberger zu einfachen Punkten. Zudem zeigten die Veilchen eine ungewohnte Freiwurfschwäche. Allein im ersten Viertel ließ die BG dadurch fünf Punkte liegen, am Ende waren es zehn.

Dass die Gäste schon früh davonzogen, war mehreren Faktoren geschuldet. Zum einen spielte die BG im Angriff zu kompliziert. Statt konsequent zum Korb zu ziehen, suchten die Göttinger den Extrapass, der meist nicht sein Ziel fand. Erschwert wurde das Unterfangen Heimsieg dadurch, dass selbst freie Würfe nur selten im Korb landeten.

Veilchen machen sich das Leben selbst schwer

Viele kleine Unzulänglichkeiten machten es den Gästen aber auch nicht allzu schwer, die Partie zu dominieren. So brachte Daniel Kirchner den Ball beim Einwurf nach fünf Sekunden nicht ins Feld, Julius Böhmer rutschte aus – zwei Turnover von insgesamt acht in der ersten Hälfte und 16 insgesamt.

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Und auch die Perimeter-Defense, in dieser Spielzeit ohnehin eine Schwäche der BG, ließ zu wünschen übrig. Die Falcons durften im zweiten Viertel gleich mehrfach ohne jede Gegenwehr per Dreier einnetzen. „Wir hatten haarsträubende Aussetzer in der Verteidigung“, sagte Strauß. Offensiv habe sein Team viel zu selten wie gewollt den Ring attackiert, „wenn es doch mal geklappt hat, haben wir ordentlich Druck gemacht“. Da diese Phasen aber nur selten vorkamen. setzte sich Nürnberg Stück für Stück weiter ab und führte zur Halbzeit mit 51:42.

Kleine Rotation macht sich bei der BG bemerkbar

Die durch die verletzten Janis Jünemann, Kevin Buckingham und Robin Lodders kleine Achter-Rotation machte sich bereits jetzt bemerkbar. Während die Falcons munter durchwechseln konnten, wurden die Beine der BG-Spieler immer schwerer. So konnten die Veilchen nicht die Vollgas-Intensität auf das Spielfeld bringen, die ihnen in dieser Spielzeit bislang immer gute Dienste erwiesen hatte. „Ich bin froh, dass sich kein anderer Spieler verletzt hat“, meinte Strauß auf die Belastung angesprochen. Es sei ein großes Problem, dass viele Spieler nicht auf ihren angestammten Positionen eingesetzt werden können.

Frustriert: Daniel Kirchner nach der Partie.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kapitulierte die BG dann kurzzeitig komplett. Die ersten sechs Angriffe versandeten: Drei Ballverluste, zwei geblockte Würfe und ein vergebener Dunk lautete die Bilanz. Nicht nur offensiv, auch defensiv fielen die Göttinger auseinander. Die Gäste hatten freie Bahn und machten zehn Punkte daraus. BG-Coach Strauß nahm fuchsteufelswild die Auszeit. Die half jedoch nur bedingt.

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Nürnberg nutzt Fehler der BG konsequent aus

Routinier Mathis Mönninghoff setzte ein seltenes Highlight und verkürzte per Drei-Punkt-Spiel nach eigenem Steal auf 45:61. So brachte er das Feuer bei den 2721 Zuschauern wieder etwas zum Lodern. Doch bei der BG fehlte an diesem Abend der Unterschiedsspieler: Jordan Sears und Zach Jackson konnten die Partie zu keinem Zeitpunkt an sich reißen. Nürnberg spielte konsequent die eigenen Systeme durch und nutzte die Fehler der BG weiterhin clever aus. Nach 27 gespielten Minuten betrug der Rückstand 20 Zähler.

Wir hatten haarsträubende Aussetzer in der Verteidigung.

Fabian Strauß,

BG-Coach

Den Kampfgeist konnte man dem Heimteam aber nicht absprechen. Die Göttinger mobilisierten die letzten Kraftreserven und robbten sich, frenetisch angefeuert von den nun lautstarken Fans, im Schlussabschnitt gleich zweimal wieder heran, zuletzt bis auf neun Punkte.

BG Göttingen – Nürnberg Falcons BC 78:91 (56:71, 42:51, 18:23)

BG: Schmitz (9 Punkte/1 Dreier/2 Rebounds/3 Assists), Ramstedt (11/0/6/1), Sears (17/1/5/1), Kirchner (13/3/3/4), Bode (n.e.), Haase (n.e.), Drescher (4/0/8/2), Nguyen (n.e.), Mönninghoff (13/3/2/3), Jackson (6/0/2/2), Böhmer (5/1/0/2). – Teamwerte: Feldwürfe 27/58 (47%), Dreier 9/30 (30%), Freiwürfe 15/25 (60%), Rebounds 33 (9 Off./24 Def.), Assists 16, Ballverluste 16, Fouls 20. – Beste Nürnberg: Friederici (24 Punkte/4 Dreier), Whitt (16 Punkte/7 Assists). Teamwerte: Feldwürfe 28/58 (48 %), Dreier 10/23 (43 %), Freiwürfe 28/28 (89 %), Rebounds 34 (6 Off./28 Def.), Assists 19, Ballverluste 14, Fouls 24.

Aufbäumen der Göttinger bleibt unbelohnt

Das Aufbäumen blieb aber unbelohnt. Denn die BG verfiel schnell wieder in alte Muster, spielte zu umständlich und leistete sich teils slapstickhafte Ballverluste. Mehr als Ergebniskosmetik war dadurch nicht drin. „Basketball ist ein Spiel der Fehler“, meinte Strauß nach der Partie. Nürnberg habe die konsequent ausgenutzt. Und: „Wir waren immer einen Schritt zu langsam.“

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Für die Göttinger geht es bereits am Dienstag in Gießen weiter, eine Woche später geht es nach Paderborn und am ersten Wochenende im neuen Jahr ist Münster in der S-Arena zu Gast. In der jetzigen Situation mit den Verletzten tue dieser Spielplan natürlich nicht gut, sagte Strauß.

GT/ET